Das Mädchen das den Himmel berührte

Das Mädchen das den Himmel berührteIch lese derzeit das zweite Buch von Luca di Fulvio und bin davon, wie auch schon von seinem Buch „Der Junge der Träume schenkte“, begeistert. „Das Mädchen das den Himmel berührte“ erzählt die Geschichte von mehreren Personen. Dem Juden Isacco und seiner Tochter Giuditta die sich von Negroponte, der heutigen griechischen Insel Euböa, aufmachen, um in Venedig ein besseres Leben zu führen. Den Halbwüchsigen Mercurio, Benedetta und Zolfo, die aus Rom flüchten müssen, weil sie den Juden Shimon zuerst bestohlen und dann fast getötet haben. Sie erzählt auch von Shimon und von Bruder Amadeo, die beide von ihrem Hass getrieben werden. Hauptperson ist hierbei Mercurio dessen Lebensziel es ist frei zu sein. Frei sein eigenes Leben zu leben. Frei davon die Befehle anderer auszuführen. Die Geschichte spielt dabei die meiste Zeit im Venedig des frühen 16. Jahrhunderts und sie thematisiert einen Dauerbrenner der menschlichen Geschichte ist: Die Furcht vor bzw. den Hass auf andere Rassen, Andersgläubige und Andersdenkende. Im Falle dieser Geschichte: Die Juden.

Mir gefällt vor allem der Schreibstil von Luca di Fulvio und die Art wie er seine Charaktere aufbaut. Ich würde die gut 970 Seiten des Buches am liebsten auf einen Rutsch lesen. Auch weckt es in mir, mal wieder, die Lust Venedig zu besuchen.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich um einen Roman und nicht um ein Geschichtsbuch handelt und somit viele Details nicht so ganz der geschichtlichen Wahrheit entsprechen. Allerdings ist diese oft sowieso nicht ganz eindeutig zu ermitteln. Immerhin liegt diese Zeit bereits 500 Jahre zurück und die Geschichte wird ja bekanntlich zu einem Großteil von den Herrschern und den Siegern der Kämpfe und Schlachten geschrieben und weniger von den Unterdrückten.

Sehr gut gefallen hat mir ein Absatz in dem Buch, in dem Anna, Mercurios Ersatzmutter zu ihm sagt: „Das Leben ist einfach. Wenn etwas schwierig wird, bedeutet das, dass wir etwas falsch machen. Vergiss das nie. Wenn das Leben schwierig wird, dann weil wir selbst es uns schwierig machen. Glück, Schmerz und Verzweiflung sind einfach. Ganz einfach. Das ist nichts schwieriges dran.“

Und noch ein Absatz, der mir gefallen hat: „Es gibt keine zu großen Träume … Träume kann man nicht messen. Sie sind weder groß noch klein.“ … „Weißt du, die Menschen, die sich ein allzu leichtes Ziel in den Kopf setzen …“ sagt Anna nachdenklich, „und das auch schnell erreichen … die ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus und sterben innerlich ab. Die treten dann ihr ganzes langweiliges Leben auf der Stelle.“

Noch habe ich das Buch erst zur Hälfte gelesen, aber ich wollte nicht bis zum Schluss warten, um das hier aufzuschreiben. Ich kann „Das Mädchen das den Himmel berührte“ und auch „Der Junge der Träume schenkte“, welches im New York des frühen 20. Jahrhunderts spielt und die Geschichte von Natale (englisch Christmas) erzählt, beide nur wärmstens zum Lesen empfehlen.

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Spargelpizza

Gestern war ich von einer Freundin eingeladen mit ihr ein neues Rezept auszuprobieren. Passende zur Spargelsaison sollte es Pizza mit Spargel geben. Da ich sehr, sehr gerne Spargel esse habe ich mich nicht zweimal bitten lassen. Und hier nun das sehr einfache, etwas abgewandelte Rezept:

– 1 Rolle fertigen Pizzateig aus dem Kühlregal

– 1 Becher (200g) Creme Fraiche mit Kräutern (oder etwas vergleichbares)

– 500g weißer Spargel

– 4 Frühlingszwiebeln

– 125g Schinkenwürfel (oder Speckwürfel)

– Salz und Pfeffer

Zuerst schält man den Spargel, halbiert dann die Stangen und teilt diese dann noch einmal der Länge nach. Dann putzt man die Frühlingszwiebeln und schneidet den weißen und hellgrünen Teil in feine Ringe. Nun rollt man den Pizzateig aus und verteilt das Creme Fraiche gleichmäßig darauf. Danach belegt man die Pizza mit dem Spargel, streut die Frühlingszwiebeln und die Schinkenwürfel darüber und würzt das ganze noch mit Pfeffer und Salz. Auf das Salz habe ich bei den Schinkenwürfeln jedoch verzichtet, da diese auch schon salzig sind. Die Pizza kommt dann bei 230 Grad (Ober-/Unterhitze) für ca. 15-20 Minuten in den Backofen.

Im Originalrezept steht übrigens Schmand statt Creme Fraiche mit Kräutern und der Spargel soll vorher gegart werden. Aber ich finde die Kräuter Creme Fraiche wertet das ganze noch mal auf und der Spargel wird auch so weich genug. Für meinen Geschmack wäre er vorgegart dann wohl zu weich.

Das Ergebnis war übrigens sehr lecker! Hier noch 2 Fotos. Einmal bevor es in den Backofen kam und dann fertig auf dem Teller. Wir haben übrigens nur die Hälfte der Pizza mit Schinkenwürfeln belegt, da die 2. Hälfte vegetarisch sein sollte.

Spargelpizza 1 Spargelpizza 2

Veränderung

Veränderung braucht

… einschneidende Erlebnisse
… Erkenntnis – Immer!
… Selbsterkenntnis – Auf jeden Fall!
… Ausdauer
… Unterstützung von Freunden
… Zeit
… Durchhaltevermögen
… Leidensfähigkeit – Manchmal
… und noch mehr Zeit

Aber wer durchhält, der wird belohnt.

Und Stillstand ist Tod!

Mal wieder ein neues Rezept ausprobiert (Bananen-Pfannkuchen)

Nachdem der Tag heute nicht ganz so toll war habe ich mich heute Abend dann endlich mal aufgerafft ein neues Rezept auszuprobieren, dass ich mir bereits vor 2 Wochen ausgedruckt hatte, weil es recht lecker klang. Und zwar Bananapancake bzw. Bananen-Pfannkuchen, zu gut Deutsch. Das Rezept ist eigentlich super einfach, nur irgendwie hatte ich die ganze Zeit nicht die rechte Lust dazu. Aber hier erst einmal die Zutaten:

– 2 reife Bananen

– 4 Eier (Größe M)

– 1-2 Teelöffel Zimt

Im Rezept standen dann auch noch Angaben zum Nährwert (ca. 620 Kalorien) den Kohlehydraten (ca. 61g) und dem Eiweißgehalt (ca. 33g), bezogen auf die Gesamtmenge.

Zuerst muss man die beiden reifen Bananen schälen und zu einem Brie zerdrücken, bis man eine glänzende Masse hat. Das macht man am besten in einer Rührschüssel. Nun gibt man die 4 Eier und die 1-2 Teelöffel Zimt hinzu (Bild 1) und verrührt das ganze zu einem homogenen „Teig“ (Bild 2). Ich hab hierzu einen elektrischen Schneebesen verwendet.

Danach nimmt man eine Pfanne, tut etwas Pflanzenöl hinein und backt die Pfannkuchen bei mittlerer Hitze. Hierbei hatte ich jedoch das Problem, dass der Pfannkuchen selbst nachdem er unten goldbraun war nicht unfallfrei zu wenden war. Die Stabilität lies doch sehr zu wünschen übrig. Ich habe zuerst einen dünneren Pfannkuchen gemacht und dann, mit dem restlichen Teig, einen dicken. Beide Male ist mir dieser beim Wenden aber zerrissen.

Geschmacklich war ich mit dem Endergebnis aber sehr zufrieden.

Jetzt muss ich mir nur überlegen, wie ich den Teig verändern kann, damit der Pfannkuchen besser zu wenden ist.

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Müde

Es nervt mich extrem, dass ich dauermüde bin und dies meist in einem Ausmaß, dass es mich an der Rand der Verzweiflung bringt. Immer wieder kämpfe ich damit nicht einzuschlafen. Vor allem wenn ich vor dem PC sitze, und das tue ich gerade auf meiner Arbeit fast die ganze Zeit, oder auch während den täglichen Zugfahrten ist dieser Kampf mittlerweile ein Dauerzustand. Ganz besonders schlimm sind hier Sitzungen und Schulungen, bei denen ich die meiste Zeit nur dasitze und versuche aufmerksam zuzuhören. Für mich ist das zur Qual geworden. Und doch ist eine Besserung meiner Situation nicht sehr wahrscheinlich. Ursache hierfür ist, dass mein Darm mich durchschnittlich 1-2x auf die Toilette treibt. Und das seit Mai 2011, seitdem ein Pouch die Funktion meines nicht mehr vorhandenen Enddarms übernommen hat. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn man am nächsten Tag müde ist. Eine typische Nacht sieht bei mir meist so aus: 1 Stunde Schlaf, 15 Minuten auf Toilette, 2,5 Stunden Schlaf, 20 Minuten auf Toilette, 2,5 Stunden Schlaf, der Wecker klingelt 😦 Machen kann man dagegen eigentlich wenig bis gar nichts. Ich hab‘ schon so einiges ausprobiert. Andere Ursachen für meine Müdigkeit (Schilddrüse, neurologische Ursachen …) haben die Ärzte mittlerweile alle ausgeschlossen. Also lebe ich damit.

Das einzige was mich für einige Zeit mal etwas wacher macht ist Sport. 2 Stunden im Fitnessstudio, oder ein strammer Spaziergang und die damit verbundene Adrenalinausschüttung helfen für ein paar Stunden. Aber auch hier ist der Effekt nicht mehr so stark wie am Anfang. Vor allem merke ich, dass mir oft die Kraft fehlt, was wohl auch mit meiner Dauererschöpfung zusammenhängt.

Was mich dabei besonders nervt ist, dass ich vieles in meinem Leben nicht mehr so Recht auf die Reihe bekomme. Allem voran meinen Haushalt und meinen Garten. In den letzten Jahren habe ich letzteren doch eher vernachlässigt und oft die Gartenarbeit durch Dritte erledigen lassen. Und in meiner Wohnung lass ich vieles meist deutlich länger liegen als es mir gefällt. Derzeit müssten dringend mal wieder die Fenster geputzt werden, das Bad könnte auch mal eine Grundreinigung vertragen und Staubsaugen sollte ich auch mal wieder. Aber wenn ich von der Arbeit nach Hause komme fehlt mir hierzu einfach der Antrieb. Ich würde dann oft gerne nur noch ins Bett fallen. Aber das bringt auch nichts. Hab ich natürlich auch schon versucht. Ich wache dann mitten in der Nacht auf und kann nicht mehr richtig einschlafen. Und dann bin ich am nächsten Tag noch mehr gerädert. Seltsamerweise fällt es mir trotz Müdigkeit tagsüber eher schwer zu schlafen. Meist nicke ich nur für ein paar Minuten ein, selten länger als eine Viertelstunde und bin dann wieder wach. Nachts habe ich mit dem Einschlafen hingegen gar keine Probleme. Wenn ich denn nur nicht immer wieder auf die Toilette müsste. Dabei komme ich tagsüber mit dem Pouch eigentlich sehr gut klar und trauere nicht eine Minute meiner Stomazeit nach. Vor allem weil auch die mir keine ruhigen Nächte beschert hat.

So, jetzt hab ich genug gejammert. Hilft ja eh nix. Und eines möchte ich nicht vergessen zu schreiben: Trotz all dieser Probleme finde ich mein Leben toll und versuche es in vollen Zügen zu genießen, auch wenn ich mir heute vieles verkneife, was ich früher noch gemacht habe, wie beispielsweise unter der Woche abends lange weggehen. Es geht auch einfach nicht mehr. Aber ich hab viele tolle Freunde, ich unternehme sehr viel, gehe auf Konzerte, ins Kino, ins Theater und hab die letzten Jahre tolle Urlaubsreisen gemacht. Gerade jetzt hilft mir die Vorfreude auf meine nächste Reise, im Juni, nach Schottland sehr über die Runden. Und auch das ich die Reise mit einem tollen Menschen zusammen unternehme. Das sind die Dinge die das Leben lebenswert machen.

Jean Michel Jarre

Nach langer Zeit habe ich vor kurzem Jean Michel Jarre für mich wiederentdeckt. Hier noch mal mein Dank an Peter Reimer! Aber was heißt hier eigentlich wiederentdeckt!? Vielleicht sollte ich eher schreiben, dass seine Musik mal wieder in meinen Fokus gerückt wurde. Da ich in Punkto Musik ein sehr breites Spektrum an Vorlieben habe wechsele ich des Öfteren mal die Blickrichtung. Man kann halt nicht immer alle hören, auch wenn ich hier schon sehr fot und gerne mische. Es gibt Bands die bei mir immer wieder mal ganz oben auf meinen Playlisten stehen und dann, nach einiger Zeit, wieder in den hinteren Reihen verschwinden. Allerdings ist Jean Michel Jarres Musik eigentlich nichts für eine Playlist. Er ist einer der Pioniere der elektronischen Musik. Vor allem seine beiden ersten Alben Oxygène von 1976 und Equinoxe von 1978 sind Meilensteine dieses Genres. Dabei muss man diese Alben eigentlich als Ganzes hören und dies auch nicht so nebenbei. Auf Jarre muss man sich einlassen, in seine Musik und seine Klangwelten eintauchen und sich von ihnen in andere Sphären entführen lassen. Wenn man das tut, dann erfährt man einen ganz besonderen Musikgenuss der auch heute, gut 40 Jahre nach Veröffentlichung der beiden genannten Alben, kein bisschen angestaubt ist.

Oxygene Live: https://www.youtube.com/watch?v=su6MRe95FA8

Die offizielle Webseite: http://jeanmicheljarre.com/

Kollektive Betroffenheit und Sensationsgier

Nach dem tragischen Absturz der Germanwings-Maschine vor 2 Tagen haben sich natürlich wieder alle Medien auf diese Katastrophe gestürzt. Natürlich erwartet man zu Recht, dass über so etwas in der Presse und im Fernsehen berichtet wird, aber so wie dies heutzutage geschieht hat das nichts mehr mit seriösem Journalismus zu tun. Hier wird nur noch die Sensationsgier der Leute befriedigt, in der Hoffnung die eigene Auflage und Einschaltquote zu steigern. Und mich kotzt das immer mehr an.

Da wird direkt nach Bekanntwerden dieser Nachricht schon wild über die Ursache spekuliert und die Zeitungen drucken mal wieder Überschriften ab wie z.B. „Eltern wollten tote Kinder anrufen!“ und in den USA  mutmaßt man schon wieder  über einen terroristischen Anschlag. Und unsere Kanzlerin macht sich umgehend auf den Weg zum Unglücksort, um dort vor die Presse zu treten. Wieso macht sie das nicht von Berlin aus? Was bringt es bitte schön, wenn sie den Bergungseinsatz und die Ermittlungen vor Ort behindert? Und was sollen bitte solche Überschriften? Letztere finde ich übrigens ziemlich pietätlos.

Und dann die kollektive Betroffenheit. Die ist doch nicht echt! Das ist heutzutage eine Massenbewegung geworden. Da pilgern Menschen schon durch die halbe Republik, um irgendwo Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden für Menschen die sie nicht gekannt haben. Aber das Elend und die Not in ihrer Nachbarschaft nehmen sie nicht wahr.  Wenn der Nachbar sein Kind misshandelt, dann hat es meist keiner mitbekommen.

Mich kotzt das alles an. Natürlich finde ich diesen Flugzeugabsturz schrecklich. Und die Hintergründe, die sich heute so langsam herauskristallisieren umso mehr. Aber ich kann dieses ganzen Geschwätz, die immer selben Bilder vom Unglückort in der Dauerschleife und noch schlimmer die Interviews  mit Betroffenen und „Zaungästen“ einfach nicht mehr hören. Meiner Meinung nach sollte man die Angehörigen in Ruhe lassen und erst einmal die Ermittlungsergebnisse der Polizei und Staatsanwaltschaft abwarten.

Da wird stundenlang im Fernsehen mit sogenannten Experten über die Ursachen gesprochen und was man alles hätte besser machen können. Da werden Hypothesen aufgestellt wie man die Tragödie hätte verhindern können, ohne überhaupt wirklich über alle Hintergründe Bescheid zu wissen.

In dieser Beziehung leben wir heute in einer wirklich schlimmen Zeit.

Das einzig Gute was ich zu diesem Thema gestern im Netz gesehen habe ist das folgende Bild. Und das bringt es meiner Meinung nach ganz gut auf den Punkt. Hoffentlich erlebe ich es noch, dass die Gesellschaft und die Journalisten sich hier wieder besinnen und mit dem nötigen Respekt und der nötigen Pietät mit solchen Katastrophen umgehen.

Flugzeugkatastrophen

Man weiß nie wofür es gut ist!?

Chris 2015-03-24

Ich hab‘ ja versprochen heute, nach einem Jahr Pause, mal wieder etwas in meinem Blog zu schreiben. Zuerst fällt mir dazu ein, dass ich irgendwie in den letzten Monaten kaum die Kurve bekommen habe. Das lag zum einen daran, dass ich mir vielleicht etwas zu viel vorgenommen habe. Zum anderen aber auch an meiner extremen Dauermüdigkeit, die mich immer dann übermannt, wenn es gerade mal etwas ruhiger zugeht. Die Ursache hierfür ist meine Erkrankung.

Nachdem ich fast 10 Jahre unter Colitis Ulcerosa litt, wurde bei mir im August 2009 ein Dickdarmtumor diagnostiziert und das hieß bei meiner Krankheit „Der Dickdarm muss komplett raus!“ Das war zuerst natürlich ein Schock, aber ich bin nicht der Typ der wegen so etwas den Kopf in den Sand steckt oder in Depressionen versinkt. Ich sage mir dann immer, dass das ja auch nichts ändert und mich in keiner Weise voran bringt. Also akzeptiere ich mein Schicksal und versuche das Beste daraus zu machen. Außerdem hatte ich hier ziemliches Glück, da der Tumor nur durch Zufall bei einer routinemäßigen Darmspiegelung entdeckt wurde. Und hierbei auch nur in einer von 20 Gewebeproben, da er optisch nicht zu erkennen war.

Natürlich hab‘ ich mich erst einmal über meine Situation informiert, war, auf Empfehlung meiner Ärztin in der DKD Wiesbaden, zuerst einmal bei Professor Buhr in der Charité in Berlin. Professor Buhr wurde mir als der Fachmann für den ileoanale Pouch. Dieser ist die Alternative zu einem Stoma (künstlicher Darmausgang). Der Pouch wird aus einem Stück des Dünndarms geformt und soll die Funktion des Enddarmes, als Stuhl-Reservoir, ersetzen und einem so die Kontinenz erhalten(willentliche Stuhlentleerung durch den natürlichen Darmausgang). Schon auf dem Weg nach Berlin hatte ich Zweifel daran ob ich mich wirklich dort, über 500 Kilometer von zu Hause, operieren lassen soll. Selbst wenn Prof. Buhr der Beste auf diesem Gebiet wäre. Nach dem sehr kurzen Besuch bei ihm. Ich habe weniger als 10 Minuten mit ihm gesprochen, und dabei war er sehr von oben herab, stand meine Entscheidung fest, dass ich mir einen anderen Arzt suche. Ich bin dann auf dem schnellsten Weg nach Hause zurückgefahren, auch wenn ich ursprünglich vor hatte noch ein wenig durch Berlin zu bummeln. Nur danach stand mir jetzt der Sinn einfach nicht mehr.

Zu Hause angekommen begann ich dann mit der Recherche. Das ich einen Pouch haben wollte, und kein Stoma, stand da für mich bereits fest. Für mich klang der Pouch einfach nach der besten Möglichkeit mein Leben mit so wenigen Einschränkungen wie möglich weiterzuleben. Daran, dass der Krebs irgendwie „gewinnen“ könnte, habe ich zu keinem Zeitpunkt nachgedacht. Nach meiner Suche im Internetz bin ich dann auf Dr. Heuschen gestoßen, der zu meinem großen Glück nur 20 Kilometer von meinem Wohnort entfernt, im St. Vincenz Krankenhaus in Limburg tätig ist. Ich habe dann gleich einen Termin mit ihm ausgemacht und mich nebenher auch weiter über ihn informiert. Nach dem Gespräch stand dann für mich fest, dass ich nach Limburg gehe. Ein ausschlaggebendes Kriterium war hierbei das Gespräch mit Dr. Heuschen, der bei mir einen viel positiveren Eindruck als Prof. Buhr hinterließ. Dr. Heuschen war früher übrigens Oberarzt in der Heidelberger Uniklinik und gehörte dort zum Team von Prof. Buhr.

Aber ich will hier jetzt nicht den ganzen Behandlungsverlauf niederschreiben. Nur so viel: Ich habe zuerst noch meinen 40. Geburtstag gefeiert bevor ich mich habe operieren lassen. Denn ich lasse mir durch so eine Krankheit doch nicht mein Leben diktieren. Am Tag nach der Feier bin ich dann ins Krankenhaus. Die erste OP (Dickdarmresektion) war dabei eigentlich der schwerste Teil. Danach hab‘ ich ein paar Wochen gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen. Bei der OP wurde dann, durch den operierenden Arzt, noch ein Tumor im Dünndarm entdeckt, der mit dem im Dickdarm nichts zu tun hatte. Hier hatte ich wieder Glück. Wäre die OP laparoskopisch durchgeführt worden, wie ich mir zuerst gewünscht hatte, wäre dieser wohl so schnell nicht entdeckt worden.

Nach der OP folgten dann gut 1,5 Jahre mit einem Stoma. Eine Zeit die ich mir heute nicht zurückwünsche. Ich bin mit dem Stoma gar nicht klar gekommen. Eigentlich hätte ich auch nicht so lang damit rumlaufen müssen, aber ich musste für die Pouch OP erst gut 30 Kilo abnehmen. Aber zuerst musste ich noch eine Chemo überstehen. Die war dann im April 2010 beendet und es folgte das Projekt Gewichtsabnahme. Im Gegensatz zu anderen Chemopatienten habe ich während der Chemo dummerweise noch zugenommen. Ich habe es zuerst mit weniger Essen, einer Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung versucht. Lange, stramme Spaziergänge (neudeutsch Walking) und Radfahren. Schwimmen ging aufgrund des Stomas nicht mehr. Nach knapp 4 Monaten hatte ich gerade mal das wieder runter, was ich während der Chemo zugenommen hatte und vielleicht noch 5 weiter Kilos. Das war einfach zu wenig. Also hab‘ ich mich im Sportstudio angemeldet und bin dann dort 3-4 mal die Woche hingegangen. Nach 9 Monaten hatte ich dann 35 Kilo runter. Ein ziemlicher Kraftakt, aber die Pouch-OP konnte kommen. Auch die war keine leichte Sache, aber ich fühlte mich nach der OP deutlich besser als nach der Dickdarmresektion. Dr. Heuschen und sein Team haben hier beste Arbeit geleistet. Heute, gut 4 Jahre danach, bin ich glücklich und dankbar, dass ich diesen Weg gewählt habe. Auch wenn ich aufgrund meiner 1-2 Stuhlgänge, die mich in der Nacht aus dem Bett treiben, dauermüde bin, würde ich mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden. Immerhin komme ich dank dem Pouch über Tag mit 2-3 weitern Stuhlgängen aus und habe auch keine Probleme mal ein paar Stunden auf einen Toilettengang zu verzichten. Etwas das mir mit der Colitis Ulcerosa sehr schwer gefallen ist.

Ich muss die ganze Zeit, während ich das schreibe, an einer Passage aus Bölls irischem Tagebuch denken. Hier beschreibt Böll was die Iren von den Deutschen unterscheidet. Wenn der Deutsche krank wird oder sich verletzt jammert er meist rum, der Ire sagt nur „It could be worse!“ Zu Deutsch „Es könnte schlimmer sein!“ Was das angeht bin ich wohl ein Ire 🙂

Zum Abschluss noch einiges an positivem, was sich aus dieser Zeit und meiner Erkrankung ergeben hat:

  • Ich treibe seit 4,5 Jahren mehr Sport als je zuvor und bin auch in vieler Hinsicht fitter als je zuvor.
  • Ich habe einen besonderen, tollen Menschen kennen gelernt.
  • Ich lebe heute bewusster als vor der Krebsdiagnose und bin wohl auch etwas egoistischer, im hoffentlich positiven Sinne.
  • Ich lebe mehr heute als das ich für die Zukunft Pläne schmiede, auch wenn ich das nach wie vor auch tue. Den wie heißt es doch so treffend: „Leben ist das, was passiert, während du gerade andere Pläne schmiedest!“
  • Ich habe die letzten Jahre sehr viel gesehen und erlebt.

In diesem Sinne „Lasst uns leben, das Leben genießen und auch bei Schicksalsschlägen nach dem positiven Ausschau halten. Denn es könnte schlimmer sein!“ Und wenn wir positiv sind und an uns glauben wird es uns besser gehen.

Ich habe noch viele Baustellen in meinem Leben. Aber ich denke ich bin auf einem guten Weg, auch wenn ich manchmal in die falsche Richtung laufe. Aber ich habe viele tolle Freunde und mein Leben macht mir einen riesen Spaß.

Wie die Zeit vergeht

Es ist Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Als ich im März mit diesem Blog begonnen habe wollte ich ja öfter mal was schreiben. Aber wie man hier unschwer erkennen kann ist der anfängliche Elan schnell abgeflacht. So ist das halt, wenn man seine Zeit ziemlich verplant. Da bleibt am Ende des Tages einfach keine mehr übrig. Manchmal denke ich ich sollte mal etwas länger inne halten. Aber das gelingt mir dieser Tage nicht wirklich gut, von einigen wenigen Momenten einmal abgesehen.

So bin ich derzeit auf der Suche nach einem neuen Auto. Was sich doch schwieriger gestaltet, als ich anfanges gedacht habe. Zum einen will ich keine Unsummen für einen Gebrauchsgegenstand ausgeben, zum anderen hab‘ ich heutzutage doch höhere Ansprüche an meinen fahrbaren Untersatz als noch vor 11 Jahren. So lange ist es nämlich her, dass ich mein jetziges Auto gekauft habe. Dann habe ich vor kurzem eine zweite Fantasy Rollenspielgruppe begonnen. Als Spielleiter! Das war so eigentlich nicht geplant. Viel lieber ware ich mal wieder „nur“ Spieler. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich dies in naher Zukunft mal ändert. Und dann ist da noch mein Drang die Welt zu erkunden. Im Juni war es, mal wieder, Schottland, mit einem kleinen Abstecher nach Belfast und in den Norden der irischen Insel. Und demnächst geht es mit dem Flieger nach San Franzisko. Von dort aus dann weiter mit dem Auto durch Nordkalifornien, Orgeon nach Washington State und dort dann zu dem Konzerthighlight 2014. The Gorge mit der Dave Matthews Band. Ich liebe die Gruppe, seitdem ich sie 1995 zum ersten Mal live auf der Loreley gesehen habe. Leider gab es seitdem nicht viele Gelegenheiten sie live in Deutschland zu sehen, weshalb ich mich vor ein paar Monaten spontan zu meiner USA-Reise entschlossen habe. Einerseits freue ich mich sehr darauf, auch auf die tolle Landschaft, die mich auf meinem Weg durch diese 3 US-Bundesstatten erwartet, anderseits muss ich so langsam mal die Bremse anziehen. Im nächsten Jahr plane ich dann meine/n Urlaub eine Kategorie günstiger. Auch wenn ich jetzt schon wieder einiges auf meiner Wunschliste stehen habe.

Was mir in diesem Jahr bei mir sehr gut gefällt, dass ich wieder richtig Lust am Lesen habe. Zur Zeit lese ich eine Biografie über Chopin. Chopin ist schon seit meiner frühesten Kindheit einer meiner absoluten Lieblingskomponisten. Wenn ich mich entspannen will, dann ist ein sehr probates Mittel eine CD mit seiner Musik aufzulegen, die Augen zu schliessen und in aller Stille seinen fantastischen Kompositionen zu lauschen. Vielleicht werde ich das soagr heute Abend noch tun. Schliesslich wollte ich ja mal wieder etwas verharren. Und dafür ist Chopin der perfekte Soundtrack 🙂

Android KitKat 4.4 und der Frust mit den Schreibrechten von Drittanbieter Apps auf die externe Speicherkarte

Achtung: Wer daran denkt sein Android-Smartphone auf die Version 4.4 (KitKat) upzudaten sollte dies hier vorher UNBEDINGT lesen.

Android_KitKat_Speicherprob

Seit einigen Wochen liefert Samsung das KitKat Update 4.4.2 für sein Galaxy Note 3 und mittlerweile auch für sein Galaxy S4 aus und ganz langsam dämmert es vielen Usern, das mit KitKat 4.4.2 ein neues Sicherheitsmodell seitens Google ausgerollt wurde. Auf den Punkt gebracht ist es ab KitKat 4.4.2 nicht mehr möglich mit Third-Party Apps wie Dateimanagern, Backup Programmen, Kamera- und Musikapps „Ordner“ auf der externen SD-Karte zu erstellen. In einigen Foren berichten User das Kopierversuche von Bildern und Dateien auf die externe Speicherkarte im Nirwana gelandet sind, also ein totales Chaos herrscht.

Laut Googles neuer Sicherheitsarchitektur erhalten Third-Apps die keinen Systemstatus besitzen zukünftig nur noch auf den internen Speicher vollen Schreibzugriff während die auf der externen Speicherkarte nur noch eingeschränkt möglich ist. Bisher ist dies auch kaum aufgefallen da fast alle Nexus Devices ohne SD-Kartenslot auf dem Markt sind und kaum Geräte mit SD-Speicherslots ein KitKat Update erhalten haben…

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