Most awaited 2021 – part three

On Mars: Alien Invasion von Vital Lacerda

Am 13. Mai startet die Kickstarter-Kampagne von Eagle Gryphon Games für eine Erweiterung zu On Mars von Vital Lacerda und ich werde auf jeden Fall dabei sein. Zuerst sollte die Erweiterung Surviving Mars heißen, aber EGG war der Meinung Alien Invasion passe besser. Ich denke aber, dass sie hier Probleme mit Paradox Interactive vermeiden wollen, die 2018 ein Computer-Strategiespiel mit dem Title Surviving Mars herausgebracht haben. Aber eigentlich ist das auch egal. Mit dem Computer Spiel hat Alien Invasion nichts zu tun.

Cover von On Mars – Alien Invasion (Artwork by Ian O’Toole)

Alien Invasion beinhaltet 4 Kapitel:
Kapitel 1 – Invasion – 1 gegen alle für 3-5 Spieler
Kapitel 2 – Outbreak – Coop für 2-4 Spieler
Kapitel 3 – Blackout – Coop für 2-4 Spieler
Kapitel 4 – Monolith – Solomodus

Die Erweiterung beinhaltet über 20 Alien Meeple, neue Playerboards für die Aliens, weitere Meeple, Gebäudemarker, neue Wissenschaftler und jede Menge andere neue Karten.

1. Kapitel „Invasion“

Alien Playerboard, Alien Meeple, Wach Roboter etc.

Das erste Kapitel „Invasion“ startet damit, dass auf dem Mars eigentlich alles rund läuft. Die Kolonie ist gut aufgestellt und es läuft eigentlich rund, als das DOME (Department of Operations and Mars Exploration) einen Funkspruch von Außerirdischen auffängt und entschlüsselt: „Menschen dürfen sich nicht in der gesamten Galaxie ausbreiten. Dieser Mensch [Virus / Krebs] ist bösartig und vermehrt sich nur durch Zerstörung seiner Umwelt. Der Mensch muss auf seinem eigenen Planeten bleiben, um den Rest des Lebens in der Galaxie zu bewahren.“ Das klingt nach Ärger.

Alien-Meeple

In diesem Kapitel spielt ein Spieler den Anführer der Aliens (Alien Commander), der die Mars-Invasion leitet. Die anderen Spieler vertreten zusammen die menschlichen Mars-Siedler und müssen gemeinsam Siegpunkte (Gelegenheitspunkte / GP) sammeln. Die Aliens beginnen hier mit 20 Punkten Vorsprung. Die Menschen müssen nun 100 GP erreichen, um das Spiel zu gewinnen. Die Aliens gewinnen, wenn sie es schaffen alle 20 Alien Meeple auf den Spielplan zu bringen. Im Spiel ist immer abwechselnd einer der Menschen am Zug und dann der Alien Commander. Punkte erlangt man hier etwas anders als beim Grundspiel. Die Aliens können zum Beispiel verhindern, dass man Gebäude/-komplexe baut oder erweitert. Die Menschen bekommen noch Wachroboter und Kampf-Exosuits, um gegen die Aliens vorzugehen. Außerdem kann man das Alien Player Board sabotieren und so die Handlungen der Aliens einschränken. Des weiteren gibt es Schilde zur Abwehr der Aliens.
Die Aliens können im Gegenzug auch eigene Gebäude und Minen errichten, Technologien erwerben und vor allem Truppen mobilisieren. Sie können zum Beispiel die Menschen infizieren, den technologischen Fortschritt der Menschen blockieren oder Kristalle stehlen.

Wachroboter-Meeple

2. Kapitel „Outbreak“

Neue Ziele, Baupläne, Marker etc. für Kapitel 2

Das zweite Kapitel „Outbreak“ beginnt nach der Invasion der Aliens. Das Kapitel beginnt damit, dass ein abgestürzter Satellit mit dem Namen SCOOP XI im roten Sand des Mars gefunden wird und keiner weiß wo er herkommt, noch wie alt der Satellit eigentlich ist. In dem Satellit wird eine kleine Kapsel gefunden. Es hat etwas gedauert bis das Biohazard Logo und der Riss in der Kapsel bemerkt wurde. Es wird noch versucht die Gefahr einzudämmen, doch zu spät. Kurz darauf leiden einige Kolonisten unter unerklärlichen Blutgerinnseln. Sollte es nicht gelingen die genaue Ursache zu identifizieren und eine Heilung dafür zu finden muss die Marskolonie aufgegeben werden. Was für DOME einen immens großen finanziellen Verlust bedeuten würde.

Ziel des Kapitels ist es nun den Ausbruch der Krankheit gemeinsam einzudämmen. Es kommen diverse neue Materialien wie Medizin-Ressourcen-Marker, neue Wissenschaftler und Auftragskarten ins Spiel. Zu Beginn jedes Spielzuges wird eine Infektionskarte gezogen und geschaut ob sich weitere Kolonisten infizieren, Die Spieler müssen versuchen die Infizierten in einer Quarantäne von den Gesunden zu separieren. Die Spieler errichten Krankenhausmodule und stellen Medikamente her, um die Infizierten damit zu behandeln. Es kommen neue Baupläne für die Seuchenschutzbehörde, Laboratorien, Apotheken und Impfzentren ins Spiel.

Schafft man es die Zielkarten zu erfüllen, bevor sich eine bestimmte Anzahl von Kolonisten infiziert hat, gewinnt man das Spiel, andernfalls verliert man. Gelegenheitspunkte (Siegpunkte) gibt es im zweiten Kapitel keine.

3. Kapitel „Blackout“

Spielmaterial Blackout

Im 3. Kapitel kommt es zu Stromausfällen in der Marskolonie. Die Spieler suchen gemeinsam die Ursache dafür. Spielziel ist es den Saboteur zu finden und zu fangen und das bevor zu viele Gebäude ein Blackout-Token bekommen haben und uns die Kolonisten ausgehen, die sich um die Blackouts kümmern. Je nach Spieleranzahl ist zudem eine bestimmte Anzahl an öffentlichen und privaten Zielen zu erfüllen.
Immer zum Ende der Shuttle-Phase wird eine Karte vom Sabotage-Deck aufgedeckt und geprüft ob ein Gebäude sabotiert wurde. Dadurch kommen Blackout-Token auf die Gebäude. Diese müssen dann von den Spielern wieder entfernt werden, bevor das Gebäude erneut von einem Sabotageakt getroffen wird. Werden auf diese Weise 5 Gebäude zum zweiten Mal getroffen, haben die Spieler das Spiel verloren. Sie verlieren auch, wenn sie keine Kolonisten mehr haben, die sich um die sabotierten Gebäude kümmern können.

4. Kapitel „Monolith“

Spielmaterial zum 4. Kapitel „Monolith“

Das 4. Kapitel wird solo gespielt. Es beginnt mit der Suche nach einem verschollenen Rover. Und wieder kommt es zu Sabotage-Akten auf dem Mars. Der Spieler hat nun maximal 15 Runden Zeit 4 von 5 Aufgaben zu erfüllen, um das Spielziel zu erreichen und zu gewinnen. Aber das ist nicht einfach und der Zeitdruck ist groß. Die Ziele sind:

  1. Einen vorgegebenen Bauplan nutzen, um einen Gebäudekomplex auf Level 3 zu verbessern.
  2. Eine bestimmte Erdzielkarte erfüllen.
  3. Eine vorgegebene Technologie bis zum Maximum entwickeln.
  4. Mindestens 9 GP mit einem bestimmten Wissenschaftler erzielen.
  5. Eine vorgegebene Anzahl an Entdeckungs-/Forschungsplättchen sammeln.

In dem Kapitel gibt es vor jeder Shuttle-Phase eine Sabotagephase. Die Sabotage kann unter anderem Gebäude, Technologien, Wissenschaftler, Ressourcen oder Baupläne betreffen. Es kommt auch zur Entführung von Kolonisten durch die Aliens. Ein Bot oder eine Mine wird zerstört. Und einiges mehr.

Für mich klingt das alles sehr spannend und ich werde auf jeden Fall am 13. Mai dabei sein, wenn der Kickstarter zu On Mars – Alien Invasion live geht.

Die Bilder und auch die Abläufe sind natürlich noch nicht (ganz) final. Aber das Playtesting ist abgeschlossen. Und es wird somit zu keinen gravierenden Veränderungen mehr kommen.

Most awaited 2021 – part two

Das nächste Spiel auf meiner Liste, der am meisten erwarten Spiele 2021, ist Wutaki von Hodari Spiele.

Auch bei Wutaki hatte ich schon die Gelegenheit den Prototypen zu spielen. Den hatte David, der Autor des Spiels, nämlich zum Pottiwochenende im September letzten Jahres dabei. Da hatten wir dann auch unsere Erstpartie und waren alle (Yassi, Abi, Potti und ich) von dem Spiel sofort begeistert.

Wutaki, auf den Punkt gebracht, ist ein Workerplacement-Spiel bei dem man Ressourcen sammelt, um Pakte zu erfüllen, und bei dem man seine Mitspieler auch sehr schön ärgern kann. Dabei ist das Spiel sehr interaktiv, was mir besonders gut gefällt. Man kann sowohl sein Playerboard als auch die verschiedenen Einsatzfelder auf dem Spielplan upgraden, um mehr Ressourcen zu erhalten.

Jeder Spieler bekommt ein Playerboard und ein individuelles Masterboard, welches eine symmetrische und eine asymmetrische Seite hat. Zudem erhält jeder Spieler eine Charakterkarte, die er geheim halten muss. Auf dieser findet er sein Element (eines von vieren) und er sieht welchen Bonus bzw. Malus er für erfüllte Pakte, mit seinem Element bzw. dem entgegengesetzten Element, zum Spielende erhält. Die Elemente sind Erde, Feuer, Wind und Wasser und jeder Pakt ist einem der Elemente zugeordnet.

Playerboard / Masterboards (symmetrische und asymmetrische Seite)

Der Spielablauf ist dabei recht simpel. Man setzt einen Arbeiter ein und darf dann noch, als optionale Bonusaktion, einen oder mehrere Pakte erfüllen. Die Runde endet, sobald alle Spieler ihre Arbeiter eingesetzt haben. Zu Spielbeginn hat jeder Spieler 4 Arbeiter. Er kann im Laufe des Spieles aber bis zu 5 zusätzliche Arbeiter hinzugewinne, aber diese auch wieder verlieren.

Zu Beginn der neuen Runde kann der Startspieler wechseln, wenn den ein Spieler einen seiner Arbeiter auf das entsprechende Einsetzfeld entsendet hat. Außerdem wird jede Runde eine neue Rundenkarte aufgedeckt, die den Spielern entweder einen sofortigen Bonus gewährt, einen dauerhaften Bonus oder die einen neuen Einsatzort, für diese Runde, darstellt. Dann sammeln alle Spieler ihre Arbeiter wieder ein und die Runde beginnt. Das Spiel endet, sobald einer der Spieler 100 Siegpunkte gesammelt hat oder die Spitze der Pyramide der Verdamnis.

Pyramide der Verdammnis (Prototyp)

Dann beginnt die Endabrechnung, die bei Wutaki die Siegpunkte noch einmal ganz schön durcheinanderwirbeln kann. Jetzt werden nämlich die Rachekarten ausgewertet, die man im Spielverlauf gesammelt oder aufgezwängt bekommen hat, man verliert Punkte für nicht erfüllte Pakte oder Pakte die dem eigenen Element entgegengesetzt sind, man bekommt Zusatzpunkte für Pakte die dem eigenen Element entsprechen, man bekommt die Punkte für erfüllte Geheimpakte und es gibt auch noch Punkte für Pakte der Mitspieler, die dem eignen Element entsprechen, und für übrig gebliebene Ressourcen im eigenen Vorrat.

Das Besondere bei Wutaki ist, dass man die Ressourcen, die man zum Erfüllen der Pakte abgibt, im großen Maul von Buka platziert. Buka ist das Monster, welches in den Tiefen des Vulkanes lebt, und dem die Bewohner der Dörfchens Wutaki, welches dem Spiel seinen Namen gibt, diese Ressourcen opfern. Nun können die Spieler aber die Opfergaben Buka wieder rauben, um damit ihre Pakte zu erfüllen. Plündert man jedoch die Ressourcen muss man als Strafe eine Rachekarte ziehen, die einem am Spielende einen Punktemalus einbringt, wenn man den die darauf enthaltene Limitierung nicht eingehalten hat. Aber alles nicht so schlimm, man kann seine Rachekarten nämlich im Verlauf des Spieles auch einem anderen Spieler „schenken“. Aber ich verrate nicht zu viel wenn ich sage, dass man so keine Freunde gewinnt.

Resümee
Nach mittlerweile 5 Partien, mit insgesamt 9 verschiedenen Mitspieler*innen, kann ich bestätigten, dass das Spiel wirklich sehr variabel ist und keine Partie wie die andere verläuft. Spielt man in der einen Runde recht „zahm“ nebeneinander her, sammelt Ressourcen und versucht möglichst schnell die gewinnbringendsten Pakte zu erfüllen, ärgern sich in der nächsten Runde die Spieler*innen, indem sie sich gegenseitig Rachekarten zuschieben oder Pakte, die man nur schwer erfüllen kann oder vom jeweiligen Anti-Element sind. Für letzteres muss man natürlich vorher genau darauf achten wer welche Pakte nimmt und welche die Mitspieler*innen meiden. Und dann sind da noch die Omen-Karten, die einem einmalige oder dauerhafte Boni und Vorteile bringen und die man auf keinen Fall vernachlässigen sollte.

Wutaki hebt sich gerade durch die Rachekarten und die Möglichkeiten seinen Mitspielern Pakte aufzudrängen von anderen Workerplacement-Spielen ab. Und auch das Artwork finde ich erfrischend anders. Da hat David ein wirklich tolles Spiel abgeliefert. Er hat übrigens auch das komplette Artwork selbst gemacht.

Vom Komplexitätsgrad ist Wutaki ein Kennerspiel, welches sich auch gut mit Leuten spielen lässt, die nicht zu den Vielspielern gehören. Die Regeln sind in 15 Minuten erklärt und die Symbolik ist wirklich gut. Mir gefällt auch, dass der Ablauf der Endwertung noch einmal auf dem Spielplan aufgedruckt ist.

Was einige Spieler beim spielen der Tabletopia-Version kritisiert haben war, dass man die Meeple für die verschiedenen Arbeiter (loyale, zusätzliche und den Sonderarbeiter) nicht so gut unterscheiden kann. Das betrifft aber, wie ich finde, nur Tabletopia, da man hier ja direkt von oben auf den Spielplan und die Arbeiter schaut. Beim Prototypen hatten wir keine solchen Probleme.

Für mich ist Wutaki mein nächstes must have in 2021. Der Kickstarter startete am 23. Februar und läuft noch bis zum 17. März. Hier könnt ihr Wutaki auf Kickstarter unterstützen: Wutaki by Hodari Spiele — Kickstarter.

Und wer möchte kann das Spiel auch jetzt schon auf Tabletopia ausprobieren. Und wenn ihr noch jemanden sucht, der euch das Spiel erklärt, dann schreibt mich gerne an. Ihr findet das Regelheft aber auch auf Tabletopia.

David ist übrigens gerade noch dabei eine Version für den Tabletop Simulator zu erstellen. Und ganz wichtig: Die gezeigten Bilder sind alle Eigentum von Hodari Spiele und die Inhalte können sich noch ändern.

Most awaited 2021 – part one

Auch 2021 gibt es einige Spiele, auf die ich mich jetzt schon freue.

Den Anfang macht hier Human Punishment – The Beginning, welches am Montag, den 25.01.2021, auf Kickstarter, live geht.

Projektbild für Human Punishment: The Beginning

Human Punishment: The Beginning -- Kicktraq Mini

Bei The Beginning handelt es sich um ein semi-kooperatives Brettspiel mit Pick-up and deliever Mechanismus, mit Set Collection und Social Deduction Elementen. Es gibt Charakterprogression und man kann und muss Gegner bekämpfen. Es lässt sich mit 3-6 Spielern spielen. Und ich hatte bereits die Gelegenheit dazu und fand es super.

Der Prototyp besticht bereits durch sein tolles Material. Das lässt auf sehr viel hoffen, beim fertigen Spiel. Zu dritt haben wir 90 Minuten für unsere Partie gebraucht. Am Spielanfang wählt jeder Spieler einen von 6 asymmetrischen Charakteren. Jeder Charakter gehört einer von 4 Fraktionen an. Den Menschen, den Maschinen, der Legion oder den Gefallenen. Zudem hat jeder Spieler noch ein geheimes Ziel, welches er im Laufe des Spieles erfüllen muss. Je nach Spieleranzahl kommen unterschiedliche Fraktionen ins Spiel, die Menschen sind aber zu Spielbeginn immer in der Mehrheit.

Die Menschen haben das gemeinsame Ziel Firewall-Chips aus den Sektoren in das Netzwerk zu bringen und hier in mindestens 2 von 3 Spalten die Mehrheit an Chips zu platzieren. Schaffen sie dies, bis die 3. Reihe im Netzwerk mit Chips gefüllt ist, haben sie das Spiel gewonnen. Dabei gibt es in jedem Spiel, zu Beginn, immer mehr Menschen als Spieler der anderen Fraktionen.

Die Maschinen gewinnen das Spiel, wenn sie in 2 von 3 Spalten des Netzwerkes eine Mehrheit an roten Virenchips platzieren. Zudem gewinnen sie aber auch, wenn die Ressourcen im Spielverlauf auf 0 sinken würden oder wenn der Deus ex Machina gebaut wird und ins Netwerk vordringt. Deus ex Machina hat übrigens einen Gegenspieler, den Apex, der von den Menschen gebaut wird. Der Apex kann Deus ex Machina aufhalten, wenn es den Menschen gelingt ihn rechtzeitig zu bauen.

Der Gefallene gewinnt das Spiel, wenn es ihm gelingt 3 SPAM-Chips auf dem Schrottplatz abzulegen oder mindestens 2 auf dem Schrottplatz und 2 im Netzwerk.

Die Legion gewinnt wiederum das Spiel, wenn die Sicherheit im Spielverlauf auf Level 0 sinkt oder das Gefahrenlevel auf 4 steigt. Sie kann während des Spiels versuchen andere Spieler für ihre Seite zu gewinnen. Aber auch die Maschinen, können in der Maschinephase, Menschen auf ihre Seite bringen.

Im Spielverlauf dürfen die Spieler natürlich ihr geheimes Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Das Spielfeld unterteilt sich in 3 Sektoren (aus denen man die Programm-Chips holt), den Schrottplatz (auf dem man Chips entsorgen kann), der Stadt (in der man Einfluss auf das Unruhe-Level, die Moral, die Ressourcen und das Sicherheits-Level nehmen kann), dem Med-Zentrum (in dem man seinen Charakter heilen kann), dem Nexus (in dem die Menschen den Bau des Apex vorantreiben können), das HQ (Hauptquartier, hier kann man sich mit Waffen ausrüsten und versuchen andere Spieler in den Isolationswürfel zu schicken), das Darknet (hier kann man Programme erwerben, die einem einmalige oder dauerhafte Vorteile bringen), der Fabrik (in der Deus ex Machina startet, wenn er gebaut wurde), dem Monolith (in dem man erkunden kann, zu welcher Fraktion ein Mitspieler gehört), dem Isolationswürfel und dem Netzwerk (hierhin müssen die Spieler die Programmchips bringen). Kommt man als Spieler in den Isolationswürfel, dann wird man in seinen Handlung geschwächt und in seiner Bewegung eingeschränkt.

Aber nun zum Spielablauf:

Eine Spielrunde beginnt mit der Aktionsphase. In dieser zieht jeder Spieler seine Handkarten, die ihm Aktionen ermöglichen und die er für Abstimmung und Kämpfe benötigt. Er kann sich dann zwischen den verschiedenen Spielbereichen bewegen, Gegner (keine Mitspieler) angreifen, seine speziellen Charakterfertigkeiten nutzen oder die Aktion des jeweiligen Ortes durchführen, an dem er sich gerade befindet.

Als nächstes folgt die Aktivierungsphase. In dieser würfelt der aktive Spieler mit den 4 Würfeln. Hierdurch werden Gegner auf dem Spielfeld aktiviert (oranger 6-Seiter), bestimmt ob neue Gegner auf das Spielfeld kommen (roter 12-Seiter) und wo sie erscheinen (2 weiße 6-Seiter).

Als letztes folgt die Ereignisphase. In dieser zieht der aktive Spieler die oberste Karte vom Ereigniskartenstapel und liest diese vor. Es gibt immer zwei mögliche Ereignisse und alle Spieler können durch ausspielen von bis zu 3 Handkarten beeinflussen welches der beiden Ereignisse eintritt. Jeder Spieler spielt dazu seine Karten, mit der Rückseite nach oben, vor sich aus. Er kann auch keine Karte ausspielen. Der aktive Spieler sammelt dann alle Karten ein, fügt noch 2 Karten vom öffentlichen Ressourcekartenstapel hinzu, mischt alle Karten unter dem Tisch, dreht sie um und legt sie offen auf dem Tisch aus. Damit kann kein Mitspieler sehen, von wem die entsprechenden Karten gespielt wurden. Je nach Ergebnis wird nun das eine oder das andere Ereignis ausgeführt.

Beispiel für ein Chartakterboard

Es gibt zwei Wege von den Sektoren zum Netzwerk. Den kurzen, über das Stadtzentrum, und den langen über den Nexus, das HQ und den Monolith. Geht man den langen Weg erhält man Scannerkarten und darf seinen Programmchip offen im Netzwerk auslegen. Hiermit kann man versuchen andere Spieler dazu zu bewegen einem zu vertrauen.

Sobald die erste Reihe (Ebene) mit Programmchips gefüllt wurden werden diese gemischt und aufgedeckt. Nachdem die zweite Reihe gefüllt ist beginnt die Maschinenphase. Einige Fraktionen erhalten nun geheime Informationen, Spieler können unter bei gewissen Voraussetzungen die Fraktion wechseln, es kommen stärkere Gegner und andere Programme und Ereigniskarten ins Spiel. Nachdem die dritte Reihe gefüllt ist endet das Spiel. Es kann natürlich auch schon vorher enden, wenn eine der Fraktionen eines ihrer anderen Ziele erreicht.

Human Punishment – The Beginning ist ein fantastisches Spiel, mit einem tollen Mix verschiedenster Spielmechaniken. Obwohl die Regeln recht einfach sind ordne ich das Spiel im gehobenen Kennerspielbreich ein, da man während des Spiels auf viele Dinge achten und auf sie reagieren muss. Mir hat gerade der Mix aus Pick-up and deliver, Charakterentwicklung, Social Deduction und dem damit verbundenen Taktieren sehr gut gefallen. Bis kurz vor Spielende war bei uns nicht ganz klar wer zu welcher Fraktion gehört. Sehr gut gefallen hat mir auch die einfache Mechanik zum Abstimmen über anstehende Entscheidungen und führen von Kämpfen, die allesamt mit dem Ausspielen der Einflusskarten abgehandelt werden. Auch finde ich es einen tollen Kniff, dass die charakterspezifischen Einflusskarten im Spielverlauf auch bei jedem anderen Charakter auf der Hand landen können. Und das Cyberpunk-Thema sowie das tolle Artwork tun ihr übriges. Für mich ist das jetzt schon eines der Spielehighlights in 2021, mit dem Potential zu einem echten Klassiker. Ich gebe dem Spiel 10 von 10 möglichen Punkten.

Schaut also unbedingt mal auf der Kickstarterseite vorbei, die am Montag, den 25.01.21 um 17 Uhr live geht.

Brettspiele Topliste 2020 – Teil 1

Ich habe mir gedacht, dass ich auch mal eine Topliste mache. Und zwar von den Spielen mich von den Neuerscheinungen die mich in 2020 am meisten begeistert haben. Dabei hat die Reihenfolge der Spiele nichts damit zu tun welches Spiel ich davon am besten finde. Das hängt auch von den Mitspielern und meiner aktuellen Stimmung ab. Sehr gut finde ich auf jeden Falle alle genannten Spiele.

Beginnen möchte ich hier mit Merv – The heart of the Silk Road von Fabio Lopiano, erschienen bei Osprey Games. Dazu hatte ich mich in meinem letzten Blogbeitrag ja schon ausgiebig ausgelassen. Merv kann man genau so gut alleine wie auch zu viert spielen. Dabei ist das Experten-Eurospiel im Solo echt knackig und zu viert recht interaktiv. Mir gefällt der Aktionsauswahlmechanismus und die Art Ressourcen zu generieren. Die Spieldauer zu viert liegt übrigens bei ca. 2 Stunden. Und mir gefällt, dass es hier viele Wege zum Sieg gibt und nicht die eine gewinnbringende Strategie. Sehr gut gefällt mir auch, dass man auch die Gebäude seiner Mitspieler nutzen kann und damit auch Ressourcen bekommt, aber aufgepasst, hiervon profitiert dann auch der jeweilige Spieler, dem die Gebäude gehören.

Merv hat mich so begeistert, dass ich die Regeln übersetzt habe. Das Spielmaterial an sich ist ja sprachneutral.

Merv – The heart of the Silk Road

Das nächste Spiel in meiner Liste ist Bonfire von Stefan Feld, erschienen bei Hall Games. Das erste Mal konnte ich Bonfire im Juli auf Tabletopia spielen und war sofort davon begeistert. Stefan Feld ist sowieso einer meiner Lieblingsspieleautoren. Das Interessante bei Bonfire ist sicherlich der Puzzlemechanismus, um an die Aktionsplättchen zu kommen, mit denen man eine der 7 möglichen Aktionen auszuführen. Dabei ist das Spiel sehr verzahnt. Man darf keine der Aktionen vernachlässig. Zum einen muss man sich Aufträge von den Inseln holen, die man dann erfüllt, um seine Novizen in den hohen Rat zu entsenden und dadurch wertvolle Bonusaktionen zu bekommen. Aber man muss auch daran denken den Weg um seine Stadt zu bauen, Hüterinen von den Inseln zu holen, Portale zu bauen oder Gnome anzuwerben. Das Spiel ist sehr variabel und keine Partie verläuft wie die andere. Der Wiederspielreiz ist dadurch sehr hoch. Man darf jedoch kein sehr thematisches Spiel erwarten, aber das ist bei Stefan Feld ja fast immer so. Bei ihm kommt es auf die ausgefeilten Mechaniken an. Und das seine Spiele sehr gut durchdacht und ausreichend getestet und ausbalanciert wurden konnte ich bisher an unseren Punkteständen am Spielende sehen. Die waren nämlich fast immer sehr dicht beieinander. Sehr gut gefällt mir übrigens auch das Spielende. Dieses kommt nämlich nicht abrupt. Am Schluss hat man noch maximal 5 Runden Zeit, nachdem das Ende ausgelöst wurde, um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Allen Solo-Spielern möchte ich die „Zusätzlichen Herausforderungen“ ans Herz legen, die man auf der Webseite von Hall Games herunterladen kann und die, meiner Meinung nach, deutlich besser sind als die Solovariante die beim Spiel bereits dabei ist.

Bonfire auf Tabletopia

Tekhenu – Der Sonnenobelisk von Daniele Tascini ist das nächste Eurohighlight im Spielejahr 2020, auf Expertenniveau. Es ist bei Board & Dice erschienen und wurde von Giant Roc lokalisiert. Das interessante bei Tekhenu ist sicherlich der Würfelmechanismus. Die Würfel werden nämlich in reine, verdorbene und verbotene Würfel unterschieden, je nachdem welche Farbe sie haben, wo sie liegen und wohin der Schatten des Obelisken zeigt. Dieser wird alle 2 Spielrunde gedreht und wirft dadurch seinen Schatten auf ein anderes der 6 Segmente, die sich um den Obelisken befinden. Man hat also insgesamt 12 Spielrunden, in denen man jeweils eine von 2 Hauptaktionenn machen darf. Hier hat man dann die Wahl zwischen einer von 6 Gottesaktionen oder dem produzieren von Ressourcen. Nach jeweils 4 Runden kommt eine Maatphase, in der die Balance der genommenen Würfel bestimmt werden. Diese wurden vorher auf dem Spielertableau auf einer Waage platziert und sollten nun möglichst ausgewogen sein. Nach je 2 Maatphasen erfolgt dann eine Wertung und nach der zweiten Wertung endet das Spiel. Mit den Gottesaktionen kann man Statuen zu Ehren eines der Götter errichten, aber auch für das Volk, man kann Säulen im Tempel oder 1 Gebäude am Rande der Tempelanlage errichten, oder man veranstaltet ein Fest, um die Zufriedenheit der Bevölkerung zu steigern. Man kann sich aber auch Karten besorgen (Segen, Technologien oder Dekrete), die sofortige oder dauerhafte Boni bringen oder für die Endwertung dienen (Dekrete). Zu guter Letzt kann man auch noch ein Gebäude als Werkstatt oder Steinbruch errichten. Tekhenu ist ein sehr verzahntes Spiel, bei dem man gut ins Grübeln kommt. Dabei ärgert man sich schon mal darüber, dass einer der Mitspieler sich einen Würfel schnappt, den man selbst gerne gehabt hätte. Man muss also flexibel auf die jeweilige Spielsituation reagieren und sollte immer noch einen Plan B in der Hinterhand haben. Das Spiel ist sehr abwechslungsreich und hat, genau wie die beiden vorgenannten, einen sehr hohen Wiederspielreiz.

Tekhenu – Der Sonnenobelisk, Daniele Tascini, Board & Dice / Giant Roc


Tawantinsuyu von David Turczi, der übrigens den Solomodus zu Tekhenu beigesteuert hat, ist das nächste Spiel, welches ich hier nicht vergessen möchte. Das interessante und auch verzwickte an Tawantinsuyu ist auf jeden Fall der Arbeitsereinsetzmechanismus. Abhängig von der Position des eigenen Priesters, in der Tempelmitte, und der Entfernung zu diesem, muss man hier zum einen Nahrungsressourcen abgeben. Abhängig vom Symbol, auf welches man den Arbeiter einsetzt, muss man dann noch eine Gotteskarte mit dem entsprechenden Symbol abgeben, alternativ ein Goldstück. Nun darf man zwischen 1 und 5 Aktionen ausführen, die auf einem der drei angrenzenden Aufgabenfelder zu sehen sind. Die Anzahl der Aktionen hängt von der Farbe des Arbeiters, der Farbe des Symbols und etwaigen angrenzenden Arbeitern und deren Farbe ab. Da raucht einem schon ganz schön der Kopf. Es gibt Arbeiter in 5 verschiedenen Farben die beim Einsetzen unterschiedliche Boni bringen. Neben dem Einsetzen der Arbeiter bewegt man auch noch seinen Hohepriester und löst hiermit verschiedene Aktionen aus. Die Arbeiter bekommt man bei Tawantisuyu übrigens nicht mehr zurück sondern man muss sich, über eine der Aktionen, immer neue besorgen. Das löst dann auch die Wertungen und das Spielende aus. Wenn sich nämlich kein Arbeiter mehr im Dorf befindet, den man rekrutieren kann, wird eine sogenannte Fest-Wertung ausgelöst. Nach dem dritten Fest folgt dann das Spielende. Ich mag diese sehr grübellastigen Spiele ja sehr gerne. Es ist aber sicher nicht für jeden was.

Tawantinsuyu – Das Inkareich, Dávid Turczi, Board & Dice / Giant Roc


Das nächste Spiel auf meiner Liste der Topspiele 2020 ist Pharaon und im Gegensatz zu den Vorgenannten handelt es sich hierbei um ein nicht allzu komplexes Kennerspiel. Auffällig ist hier auf den ersten Blick das variable runde Spielbrett, welches aus 5 Segmenten besteht, die auch für die 5 möglichen Aktionen im Spiel stehen. In der Mitte des Spielfeldes befindet sich eine runde Scheibe, die nach jeder Runde einen Abschnitt weiter gedreht wird und so die erforderliche Einstiegsressource für die jeweilige Aktion ändert. Bei Pharaon sammelt und tauscht man Ressourcen. Die Regeln des Spieles sind schnell erklärt und das Spiel lässt sich auch in einer Stunde spielen, wenn man nicht gerade mit ausgemachten AP-Spielern am Tisch sitzt. Man muss allerdings Ressoucenmanagement mögen, da dies den größten Teil des Spieles ausmacht. Gut gefällt mir bei Pharaon auch die Mechanik des Passens. Wer passt, der bekommt hier noch jede Runde einen Bonus, so lange die Mitspieler noch weiterhin Aktionen ausführen.

Pharaon, Frosted Games

Fantastische Reiche von Strohmann Games war eine der Überraschung in 2020. Das Spiel, von Wizkids, gab es ja schon seit 2017 auf Englisch und aus dem anfänglichen Geheimtipp wurde immer mehr ein Hype. Einige Spieler haben sich das Spiel zwischendurch sogar auf Spanisch besorgt, da es so schwer zu bekommen war. Um so schöner, dass Strohmann es lokalisiert hat. Das Spiel besteht nur aus 53 Karten. Man versucht hierbei seine Kartenhand zu optimieren und so möglichst viele Punkte aus seinen 7 Karten herauszuholen. Hierzu darf man immer eine Karte vom Nachzugstapel ziehen oder aus der offenen Auslage nehmen und dafür eine seiner Karten in die offene Auslage ablegen. Die Zahl der Karten in der Auslage bestimmt auch das Spielende. Sobald hier 10 Karten liegen ist das Spiel zu ende und es wird abgerechnet. Dabei gibt es Abhängigkeiten zwischen den Karten die einem viele Punkte einbringen, aber auch eine Karte entwerten können. Eine Runde ist schnell gespielt und bisher hatten wir fast immer noch Lust auf noch eine weitere Runde und noch eine. Besser noch als die Variante das Spiel gleich mit 7 Handkarten zu beginnen gefällt mir hierbei die Draftingvariante, in der man zu Beginn zwei Karten zieht, sich eine aussucht und die andere weitergibt. Eine Partie ist in 15-20 Minuten gespielt, weshalb es sich super als Absacker oder für zwischendurch eignet. Für die Endabrechnung sollte man sich unbedingt die Wizkids App aus dem Apple bzw. Play Store herunterladen. Die App ist kostenlos und vereinfacht die Wertung am Ende deutlich.

Fantastische Reiche, Strohmann Games

… to be contuined.

Merv – The heart of the Silk Road – Rezension

Merv ist ein fantastisches Euro-Expertenspiel und eine meiner Entdeckungen in diesem Herbst. Man spielt 3 Jahre a 4 Runden. In jeder Runde stehen 6 Aktionen zur Verfügung. Man kann an der Stadtmauer bauen, was ab dem 2. Jahr wichtig ist, da dann die Mongolen einfallen, die Stadt plündern und Gebäude zerstören. Man kann sich entweder in der Karawanserei Gewürze beschaffen oder einen Handelsposten errichten (Marktplatz) und dort Waren erhalten, mit den Waren erfüllt man dann Aufträge, die Siegpunkte bringen. Die Gewürze bringen am Spielende Punkte (Set Collection), aber auch am Rundenende, wenn man vorher einen Beamten an die richtige Stelle im Palast entsendet hat. Man errichtet Gebäude in der Stadt, die einem dann Ressourcen bringen. Diese Ressourcen benötigt man für den Aufstieg in der Moschee oder das Gewinnen von Gunst im Palast, ebenso werden sie für die Erfüllung der ausliegenden Aufträge benötigt. In der Moschee bekommt man für seinen Aufstieg z.B. Soldaten, Bonusplättchen oder Einfluss im Palast. Im Palast erhält man für die Gunst Siegpunkte und Schritte auf der Einflussleiste. Der Einfluss wird zum Beispiel zum Erfüllen von Aufträgen benötigt. Auch bekommt man mehr Gewürzsorten in der Karawanserei, wenn man mehr Einfluss hat. Weiterhin gibt es noch die Bibliothek. Hier kann man im Spiel Ressourcen gegen Schriftrollen eintauschen, die einem Bonusplättchen einbringen, wenn man genug davon gesammelt hat.

Last but not least die Stadt. Hier löst man alle vorgenannten Aktionen aus. Dabei setzt man in jeder der 4 Runden eines Jahres seinen Meeple auf eines der 5 Felder am Stadtrand. Dadurch kann man in der gewählten Reihe (Spalte oder Zeile) ein Gebäude errichten bzw. bereits vorhandene Gebäude aktivieren, auch die der Mitspieler. Dafür erhält man Ressourcen und kann die Aktion ausführen, die dem gebauten / aktivierten Gebäude zugeordnet ist. Alternativ kann man einen Soldaten platzieren, mit dem man ein Gebäude vor einem Mongolenangriff schützen kann. In der Mitte der Stadt gibt es noch den Kamelmarkt, über den man sich Kamele besorgen kann oder vorhandene Kamele z.B. gegen Ressourcen oder Schriftrollen eintauschen kann.

Ich habe Merv mittlerweile 3x im Solomodus und weitere 6x in allen Besetzungen gespielt. Für meine Solo-Erstpartie habe ich dabei rund 1,5 Stunden benötigt. Zu dritt haben wir Merv in ca. 2 Stunden gespielt und zu viert hat es eine halbe Stunde länger gedauert. Ein sehr schöner Kniff ist, dass man die Gebäude seiner Mitspieler nutzen kann, um Ressourcen zu generieren und Aktionen auszuführen, jedoch erhält hierfür der jeweilige Mitspieler auch Ressourcen. Dadurch ist Merv auch interaktiver als andere Euros.

Es gibt viele Wege zum Sieg, aber man sollte sich auf jeden Fall auf ein, zwei Aktionen konzentrieren, um sich nicht zu verzetteln. Merv ist ein ziemlicher Hirnzwirbler und für mich hat es einen sehr hohen Wiederspielreiz. Bisher lief bei uns keine Spielrunde wie die andere. Vom Komplexitätsniveau würde ich das Spiel auf der Höhe eines Bonfire oder Tzolkin einordnen. Zudem mag ich das Artwork von Ian O’Toole sehr. Das Material ist recht hochwertig. Und das Spiel ist sprachneutral. Die Regeln sind gut und verständlich geschrieben und ausreichend Beispiele verdeutlichen den Spielablauf. Der Automa ist, mit seinen nur 6 Karten, sehr gut gemacht. Er ist nicht komplex, aber wirklich knackig. Da hat Fabio Lopiano ein wirklich tolles Spiel abgeliefert, dass von mir Spiel 9 von 10 Punkten bekommt.

Spiel.digital – Ein Resümee

Die erste SPIEL.digital ist vor einer Woche zu Ende gegangen und in den letzten Tagen wurde auch schon viel dazu gesagt und geschrieben. Einiges dazu war positiv, vieles aber auch negativ. Ich persönlich fand die erste digitale SPIEL recht gelungen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich bisher noch nie auf der SPIEL in Essen was, da ich auch kein großer Fan von dem Gedränge auf Messen bin. Und scheinbar war die SPIEL, zumindest in den letzten Jahren, in erster Linie eine große Verkaufsveranstaltung, auf der sich die meisten Leute um die Neuheiten und die Schnäppchen gekloppt haben. Und das ist wirklich nicht mein Ding. Mich interessieren die neuen Spiele und ich möchte die Möglichkeit haben sie zu spielen. Und diese Erwartung hat die SPIEL.digital bei mir erfüllt.

Aber beginnen wir am Anfang. Der Start am Donnerstagmorgen (22.10.) verlief zuerst etwas holprig. Die SPIEL.digital Seite war überlastet und auf die Themenwelt kam ich zuerst gar nicht drauf. Aber wenn man ehrlich ist, dann hätte man damit schon rechnen können. Das ist bei solchen Events fast schon normal, da man im Vorfeld kaum abschätzen kann wieviele Leute gleichzeitig auf die Inhalte zugreifen wollen. Und direkt am Start sind das natürlich sehr, sehr viele.

Themenwelt SPIEL.digital

Als dann im Laufe des Donnerstags der Zugriff auf die Seite so langsam funktionierte stellte sich bei mir, hinsichtlich der Themenwelt, schnell eine erste Enttäuschung ein. Auf den ersten Blick fand ich die Aufmachung ja ganz hübsch, aber dann wurde es schnell unübersichtlich. Ich habe hier lange nach einigen Verlagen gesucht, bevor ich sie über diesen Weg gefunden habe und bin dann lieber nur noch über die Suche in der Ausstellerliste oder Spielneuheiten gegangen.

Ausschnitt Themenwelten „Kennerspiele“

Auch hier hätte die Suchfunktion noch ausgefeilter sein können. Zum Beispiel durch die Möglichkeit mehrere oder feinere Filter zu setzen. So konnte man Filter zum Beispiel nicht kombinieren. Ich bin dann hiermit aber recht gut klar gekommen. Wobei ich die Informationen zu vielen Spiele oder auch von einer ganze Reihe Verlage teilweise sehr dürftig fand.

Was mir sehr gut gefallen hat war die Möglichkeit viele der neue Spiele über Tabletopia zu spielen und parallel dazu auf Discord eine Spielerklärung zu bekommen und mit den Mitspielern sprechen zu können. Das war für viele der Besucher jedoch auch eine Hürde, da sie vorher mit Discord, Tabletopia, dem Tabeltop Simulator oder anderen digitalen Spieleplattformen wie der Boardgamearena oder der Brettspielwelt.

Hier hätte ich direkt auf der Startseite der Spiel ein Einleitungsvideo gut gefunden, welches dann auch auf weitere Videos zum Thema Discord oder Tabeltopia-Bedienung und -Nutzung verwiesen hätte.

Was mir während der SPIEL.digital auch super gefallen hat waren natürlich die Streams vom Potti und dem Haider. Da waren wirklich tolle Gäste dabei und es gab viel informatives. Episch war natürlich der Tagesabschlußstream vom Freitag, aber den habt ihr bestimmt alle gesehen 😉 Der Hauptstream der SPIEL.digital hat mich persönlich weniger gefesselt. Allerdings war ich hierfür wohl auch nicht das Zielpublikum. Trotzdem hat mir bei der SPIEL.digital gefehlt, dass es hier mal ein dezidiertes Format für kleine Verlage, Exoten (zumindest aus deutscher Sicht) und Newcomer gab.

Die verlorenen Ruinen von Arnak (Tabletopia)

Aber jetzt möchte ich mal dazu kommen was mir an der SPIEL.digital wirklich sehr gut gefallen hat. Die Möglichkeit neue Spiele zu spielen und erklärt zu bekommen. Und das waren bei mir einige. Meine Highlights waren dabei eindeutig Die verlorenen Ruinen von Arnak von CGE und Anno 1800 von Kosmos. Arnak ist ein tolles Eurogame mit Workerplacement, Deckbuilding, Exploration auf Kennerspielniveau. Das Spiel spielt sich sehr flüssig, wenn man erst einmal drin ist, und hat wenig bis gar keine Downtime, da jeder immer nur einen Zug macht und dann ist der nächste Spieler dran. Zwischen seinen Zügen hat man dann genug Zeit den nächsten Zug zu planen.


Gleiches gilt auch für Anno 1800. Das neue Spiel von Martin Wallace wurde von vielen mit Skepsis erwartet. Aber das Ergebnis ist mehr als gelungen. Ein strategisches Wirtschafts-Aufbauspiel in dem man Industrien und Werften (auf)bauen muss, mit seinen Schiffen Handel treibt, um Güter zu bekommen, die man selbst nicht produziert, und neue Territorien in der alten und neuen Welt zu entdecken, um zum einen mehr Platz für seinen Ausbaue zu haben und zum anderen neue Güter (z.B. Baumwolle, Kakao oder Zuckerrohr). Dabei darf man aber die Auftragskarten nicht aus den Augen verlieren, die einem am Spielende eine ganze Menge Siegpunkte einbringen können.

Anno 1800 (Tabletopia)

Weitere Spiele die ich gespielt bzw. erklärt bekommen habe waren:

  • Monster Expedition von Amigo: Ein witziges, schnell gespieltes Würfelspiel mit hübschem Artwork von Alexander Pfister.


  • Anansi von HeidelBÄR: Ein interessantes Stichspiel für 3 bis 5 Spieler. Hier bringen die Stiche nicht direkt Punkte, sondern man benötigt noch Zuhörer.


  • Cóatl von HeidelBÄR: Set Collection, Legespiel in dem man bunte Schlangen nach einem bestimmten Muster zusammenpuzzlt.
  • Seastead von Wizkids: Ein Strategie-Spiel für 2 Spieler*innen welches wir via Discord erklärt bekommen haben. Da das Spiel nur über Tabletop Simulator (TTS) gespielt werden konnte und die TTS-App auf meinem Rechner leider nicht lief. Man taucht bei dem Spiel nach Ressourcen und baut damit Gebäude. Von den eigenen Tauchgängen profitiert auch immer der Mitspieler, der ebenfalls dadurch Ressourcen erhält. Gebaut wird auf einem von 4 Flotillenplättchen, wodurch man Boni und Sonderfertigkeiten freischaltet. Zudem gibt es noch Spezialisten die man auch durch Gebäude erhält und die alle besondere Fertigkeiten haben.


  • Caretos von Mebo: Ein interessantes Set-Collection-Spiel in dem wir je 2 Monster über einen Spielplan bewegen, Dorfbewohner jagen und einfangen. Für mich ein Geheimtipp. Wobei dieses einfache Kennerspiel (oder Familienspiel plus) am besten mit 3 bis 4 Spielern gespielt wird.
  • Switch & Signal von Kosmos: Ein kooperatives Pick-up and deliver Familienspiel. Hier bewegt man mit Karten Züge über eine Europakarte (alternativ USA), stellt Weichen, sammelt Waren ein und bringt sie zum Hafen von Marseille (in den USA: San Francisco und New York).
  • Wutaki von Hodari Spiele: Wutaki hatte ich ja vorher schon am Pottiwochenende und 1x auf Tabletopia in einer 3er-Runde gespielt und durfte es während der Messe noch einmal in einer super Runde mit David Rimbach, dem Haider und Arnie spielen. Und von Spiel zu Spiel gefällt mit Wutaki immer noch einen Tick besser. Es ist ein sehr interaktives, teilweise gemeines und sehr schönes Workerplacement-Spiel mit einigen sehr interessanten Ideen. Den Kickstarter im nächsten Jahr werde ich auf keinen Fall verpassen.
Caretos (Tabletopia)

Durch die Streams im Rahmen und Umfeld der Messe, durch Rumstöbern auf der SPIEL.digital Seite, Tabletopia und andere Onlinespieleplattformen und BGG bin ich noch auf einige weitere interessante Spiele aufmerksam geworden:

  • Quetzal habe ich der Boardgamearena (BGA) entdeckt. Ein Pick & Deliever, Setcollection und Bietspiel auf Kennerspielniveau. Auf der Spiel.digital Seite gibt es hierzu leider sehr wenige Informationen. Ich habe es jedoch auf BGA bereits spielen können. Dort ist auch ein englisches Regelvideo von The Dice Tower verlinkt.


  • Furnace ist ein Bietspiel und ein Enginebuilder, welches der Potti sehr gehypt hat. Mehr Infos gibt es auf der Seite des russischen Verlages: https://hwint.ru/portfolio-item/furnace/
  • Maglev Metro von Bezier Games Ein weiteres Pick-up and deliver, Network, tile-laying in dem man wahlweise auf einem Plan von Manhattan oder Berlin eine U-Bahn-Strecke baut.
  • Polynessia von Ludonova: Hier gibt es auf der SPIEL.digital Seite leider nur einen Link zur BGG-Seite und ein spanisches Demovideo.
  • Rajas of the Ganges – The Dice Charmers von Huch ist die Roll & Write Version des beliebten Brettspiels.
  • Paris – Die Stadt der Lichter von Kosmos ist ein Plättchenlegespiel, Puzzlespiel für 2 Spieler*innen auf welches ich durch ein Let’sPlay von Alex & Pete (Youtubekanal Hunter & Cron) aufmerksam wurde.
  • Rapa Nui von Matagot Hier findet man auf der SPIEL.digital Seite leider nur eine Beschreibung und ein paar Bilder.
  • Atheneum: Mystic Library habe ich auf der SPIEL.digital leider gar nicht gefunden. Aufmerksam wurde ich auf dieses Spiel durch ein Video von Flo (Get on Board). Es erinnert an ExLibris, von L’Atelier, von denen z.B. Obscurio stammt. Die Mechansimen sind Card Drafting und Tile Placement.
  • Räuber aus Skythien, welches bei Schwerkraft auf Deutsch erscheint, habe ich in einem Unboxing-Video von Potti gesehen (ist auch auf der Seite von SPIEL.digital verlinkt). Es handelt sich um ein redesigntes Räuber der Nordsee.
  • Red Outpost von Imperial Publishing ist ein weiteres interessantes Workerplacement-Spiel welches man auch auf Tabletopia testen kann. Diese Information findet man jedoch leider nicht auf der SPIEL.digital Seite. In Red Outpost hat man gemeinsam 6 Arbeiter die alle Spieler einsetzen dürfen. Auch die produzierten Ressourcen stehen allen Spielern zur Verfügung. Die Mechanismen machen das Kennerspiel einzigartig.
  • Red Cathedral von Devir konnte man leider auch nur über den TTS spielen. Red Cathedral war das meisterwartete Spiel auf BGG. Es fand aber auch auf dem Instagram-Account vom Brettspiel Dude positive Erwähnung. Man setzt und bewegt bei dem Spiel Würfel in einem Rondell, um dafür Ressourcen zu erhalten. Dann muss man sich Bauteile (Karten) besorgen mit denen man gemeinsam an der Roten Kathedrale in Moskau baut. Laut Andreas Micheel ist das Spiel aber nicht so sehr für 2er-Runden geeignet.


  • Interessiert hätte mich auch noch die Präsentation von Age of Mages, dem neuen Spiel von Carsten Lauber (Crystal Palace) auf dem Discord von Wyrmgold. Leider hatte ich zum Zeitpunkt der Livepräsentation aber keine Zeit. Laut Carsten Lauber handelt sich dabei um ein Würfelaktionsspiel mit Take that Elementen (Quelle: unknowns Forum)
  • Vermisst habe ich auf der Messe mehr Informationen zu Praga Caput Regni
  • Zu CloudAge von Alexander Pfister gibt es wenigstens ein Erklärvideo von DLP Games, auch wenn das Spiel nach wie vor noch nicht im Handel verfügbar ist.
  • Merv – The heart of the silk road: Zu dieser Spieleneuheit habe ich gar nichts auf der SPIEL.digital Seite gefunden. Es handelt sich um ein Wirtschaftsspiel, sehr bunt illustriert von Ian O’Toole. Das Spiel soll ab Ende November in den USA verfügbar sein. Es handelt sich um ein verzahntes Expertenspiel.
Merv – The heart of silk road

Insgesamt war die SPIEL.digital weniger eine Verkausmesse als ein Con. Es gab ausreichend Möglichkeiten neue Spiele zu spielen und sich diese erklären zu lassen. Leider hatten es die kleinen Verlage hierbei aber meist sehr schwer überhaupt wahrgenommen zu werden.

Ein weiteres Problem war die Möglichkeit die Spiele auch zu kaufen. Hier haben die meisten Verlage auf ihren eigenen Shop oder auf Onlinehändler verwiesen. Doch dabei fielen bei jeder Spielebestellung meist Portokosten an, die gerade kleine Spiele oft erheblich verteuerten. Ich habe leider nicht das Glück in der Nähe eines Spieleladens zu wohnen und habe deshalb die meisten Spiele, wie eigentlich immer, bei den einschlägigen Onlineshops bestellt. Eine Ausnahme war Die verlorenen Ruinen von Arnak, welche ich mit Messerabatt über den Shop von HeidelBÄR bestellt habe.

Hier sollte man sich für die kommenden Jahre auch noch etwas überlegen. Es gab wohl irgendwie die Möglichkeit Bestellungen über die SPIEL.digital Seite zu sammeln und diese dann komplett durch die Spiele Offensive oder Pegasus liefern zu lassen. Diese beiden hatten den Verlagen angeboten ihre Spiele für sie zu verkaufen. Allerdings bin ich auf der Webseite diesbezüglich nicht fündig geworden, wobei ich auch nicht aktiv danach gesucht habe.

Was auch aufgefallen ist, dass viele der neuen Spiele zur Messe noch nicht verfügbar waren, wie z.B. Praga Caput Regni, Die verlorenen Ruinen von Arnak oder CloudAge. Das lag natürlich auch an den Auswirkungen von Corona, da sich die Produktion verzögerte. Aber auch der fehlende Druck bei einer Präsenzveranstaltung auch ein Spiel vorweisen zu können.

Was kann man nun im nächsten Jahr besser machen?

Hier noch mal eine Auflistung der Dinge die ich verbessern würde:

  • Begrüßungsvideos auf der Startseite, in mehreren Sprachen die einen zu weiteren Videos mit Erklärung der Bedienung von Discord, Tabletopia, Boardgamearena & Co. weiterleiten.
  • Eine Galerie mit den Covern und einigen Bildern der echten Spieleneuheiten aus der man direkt auf die Detailseite zu den Spielen springen kann. Viele Leute lassen sich beim Schlendern durch die Messehalle von den optischen Eindrücken ansprechen und kommen dadurch an Stände von Verlagen die sie vorher nicht kannten oder deren Spiele sie nicht im Fokus hatten. Dies war auf der SPIEL.digital in diesem Jahr nicht gegeben.
  • Für den letzten Punkt wäre es vielleicht auch eine Option die Hallenpläne online zu stellen und wenn man dort mit der Maus über die Stände geht Bilder von deren Spielen (Cover und Details) einzublenden.
  • Ein fester Sendeplatz für einen Stream der sich nur um die kleinen / ausländischen Verlage kümmert und deren Spiele kurz vorstellt. Den gerade das ist es doch was die SPIEL ausmacht, dass man hier über Spiele oder Verlage „stolpert“ von denen man bis dahin noch nichts gehört hat.
  • Gerade die großen Verlage sollten sich deutlich mehr Mühe mit ihrem Auftritt geben. Da waren einige doch sehr mau. Zum Beispiel Asmodee.

Ein Resümee von einigen Ausstellern

Last but not least habe ich mich mit einigen Ausstellern unterhalten wie ihr Messeresümee ausfällt, was ihnen gefallen hat und was nicht und was sie vielleicht besser machen würden.

David Rimbach, Hodari Spiele

Wutaki

David hat bei der SPIEL.digital neben seinem Spiel Schnapp die Möpse vor allem Werbung für seinen kommenden Kickstarter zu Wutaki machen wollen. Er hatte sich von der Messe zwar mehr erhofft ist jedoch nicht gänzlich unzufrieden. Zumindest was die Werbung für Wutaki betrifft er optimistisch. Vor allem da die SPIEL.digital Seite ja erst einmal online bleibt und somit die Inhalte auch weiterhin abrufbar sind. Die Zahl der Kickstarter-Follower ist im Verlauf der Messe um von 140 auf 230 gestiegen (aktuell: 244). Positiv bewertet er die Teilnahme und Erwähnung in einigen Youtube-Streams.

Ändern würde an der SPIEL.digital-Seite das folgende:

  • Mehr Möglichkeiten Sachen zu filtern und mehr Suchkategorien (z.B. deutsche Kartenspiele für 5 Spieler)
  • Er wünscht sich eine Galerie der Spiele (Spielecover) über die man dann durch draufklicken zum jeweiligen Spiel kommt. Da viele Leute sich erst einmal von der Optik triggern lassen. Die Galerie sollte auch filterbar sein.
  • Vermisst hat er direkt auf der Verlagsseite eine Chatfunktion und nicht den Umweg über Discord, da dies für viele Besucher eine doch recht hohe Hürde darstellte.

Robert Müller-Reinwarth, Xollox Games

Robert hat auf der Messe seinen kommenden Kickstarter zu The Fog – Escape from Paradise bewerben. Der Erfolg war wohl eher mäßig. Er hat einige Rückmeldungen bekommen von verzweifelten Spielern bekommen, die mit Discord und Tabletopia gehadert haben. Und er fragt sich wieviel Besucher gar nicht erst zu ihm durchgedrungen sind sondern bereits vorher aufgegeben haben.

Sein Spiel ist übrigens auf Tabletopia spielbar. Ein, wie ich finde, sehr schönes Rennspiel für 1-6 Spieler mit einem interessanten Mechanismus zur Bewegung der eigenen Spielsteine. Grafisch ist das Spiel übrigens noch nicht final. Davon abgesehen ist es das aber schon. Ich habe es sowohl solo als auch in einer 3er und in einer 4er Runde gespielt und mir haben alle Partien viel Spaß gemacht.

Robert würde das folgende an einer zukünftigen SPIEL.digital verbessern:

1.  Das Paketkonzept der Messe muß völlig anders aussehen. Große dürfen alles, sind in allen Welten vertreten, Kleine werden in der Sichtbarkeit extra noch blockiert – und das obwohl Kleine anteilig viel mehr Geld für die Messe ausgeben als die Großen im Vergleich zur normalen SPIEL.

2. Aktive Aussteller müssen klare Vorteile durch Ihre Aktivität erhalten (bzw. inaktive bestraft werden).

3. Die „Welt“ muß aus User-Sicht konzipiert werden, nicht aus technischer Sicht. Nicht was kann ich aus einer programmierten Seite noch machen (wie sich ständig ändernde Kacheln), sondern was möchte/braucht ein User auf der Startseite einer solchen Messe für Informationen und wie müssen sie dargestellt werden, damit der User in den Bann dieser Messe gezogen wird. Wo möchte der User dann normalerweise von dort hin und wie am Besten.

Und wie kann ich alles auf der Plattform als attraktives Event darstellen mit SPIELerischem Erleben der Welten.

4. Die Technik muß viel einfacher und integrativer werden. Weniger Brüche, weniger Hindernisse, weniger Einstiegshürden.

5. Es muß Anreize für YouTuber geben mehr aus der Breite zu erzählen (und SPIEL muß mit Ihrem Kanal als gutes Beispiel vorangehen).

6. Internationalität stärken

Florian Pfab, Peacock Tabletops

Materia Prima

Florian hat mir geschrieben, dass er über die Messe nicht viel positives berichten kann. Er hat sich die meiste Zeit in seinem kleinen Studio gelangweilt und die Youtube Livestreams verfolgt. Seine Verläufe sind auch eher mau ausgefallen und seine Kosten haben sich nicht armotisiert. Er empfand den offiziellen Livestream als große Konkurenz für die kleinen Verlage. Er hat mir auch geschrieben, dass er ähnliches auch von anderen kleinen Verlagen gehört hat, mit denen er Kontakt hatte. Florian findet, dass die Kleinen hier schmerzlich vernachlässigt wurden. Sein Messefazit fällt deshalb sehr schlecht aus. Viel Arbeit für wenig Ertrag, sowohl in Punkto Werbung als auch im Verkauf.
Er war übrigens mit seinem Spiel Materia Prima auf der Messe, zu dem erst vor kurzem die erste Erweiterung „The alchemist seal“ erschienen ist. Das Spiel kann man übrigens auch auf Tabletopia spielen. Man muss Ressourcen sammeln, Gegenstände craften, Ressorucen umwandeln, Homunculi erschaffen, den Stein der Weisen herstellen und Aufträge erfüllen.

Andreas Fuchs, Wyrmgold

Pagan: Das Schicksal von Roanoke

Andreas Fuchs war bezüglich der Messe einiges positiver gestimmt. Aber lest selbst:

„Die Messe war ein Erfolg für uns. Wir hatten über 230 Spielstunden Pagan am laufen und weit über 100 Spieler am Start. Leider haben wir erst am Samstag bemerkt, dass wir einen temporären Link zu Discord auf der Liste hatten so dass viele ihn nicht mehr abonniert hatten.“

Wyrmgold hat auf der SPIEL.digital ihren kommenden Kickstarter Pagan: Das Schicksal von Roanoke beworben. Ausserdem hatten sie auch noch ihre beiden Spiele Drachensachen und Robin von Locksley im Gepäck. Alle Spiele können auf Tabletopia ausprobiert werden. Einen Tisch dazu kann man sich über die SPIEL.digital Seite von Wyrmgold aufmachen.

Andreas hatte ich auch noch zum neuen Spiel von Carsten Lauber befragt. Hier seine Antwort auf meine Frage:

„Für Ages of Mages ist es noch ein bisschen zu früh. Kurz gesagt es wird der nächste größere Titel von Carsten Lauber und er bezeichnet es selbst als „Crystal Palace das Würfelspiel“ Würfelspiel ist hier nicht als die kleinere und abgespeckte Version zu verstehen, sondern wir arbeiten hier mit gleichen Mechaniken aber in der Version ist ein wesentliches Element, dass die Würfel auch geworfen (und das oft) werden um sie dann einzusetzen.

In ca. 2 Wochen sollten wir wieder soweit sein, dass wir dann in Wyrmgold Spieleabenden auch das Spiel zu testen anbieten. Der Discord Server wird für uns in den nächsten Monaten eine zentrale Rolle einnehmen, gerade im Hinblick auch Covid.“

Zu guter Letzt möchte ich euch noch auf einen kritischen und sehr interessanten Newsartikel von Uli Blennemann von SpielWorxx hinweisen. Dessen Livestream mit Benni auch sehr interessant war. Wer den verpasst hat sollte sich ihn unbedingt noch mal anschauen.

Uli weißt in seinem Artikel unter anderem darauf hin, dass die Zahl der echten neuen Spiele zur Messe bei weitem nicht so hoch war wie in den vergangenen Jahren. Die immer wieder kolportierte Zahl von 1.400 Spielen bezweifelt er stark, da selbst die Neuheitenliste von BGG für September bis Oktober nur knapp 500 Titel ausweist und zwar inklusive der Erweiterungen. Hier möchte ich noch ergänzen, dass die Liste auch eine erhebliche Zahl von Neuauflagen, wie z.B. Carpe Diem, 7 Wonders 2nd Edition, Ohanami, Lewis & Clark und auch Titel wie Seeders from Sereis darin enhalten sind, was auch immer das in dieser Liste zu suchen hat.

In diesem Sinne bleibt sauber und vor allem gesund und spielt was schönes.

SPIEL.digital und digitales Spielen

SPIEL.digital - Pläne für die digitale Brettspiel-Messe 2020 & Highlights

Am 22.10.2020 startet die erste SPIEL.digital und ich bin sehr gespannt wie sie angenommen wird. Ich selbst spiele jetzt seit über 45 Jahren Brettspiele und seit 36 Jahren Fantasy Rollenspiele (Pen and Paper) und bin eigentlich kein Fan von Computerspielen. Für mich ist die direkte soziale Interaktion beim Spielen eigentlich ein sehr wichtiger Faktor. Nur macht uns in 2020 das Corona-Virus hier sehr oft einen Strich durch die Rechnung. Gerade steigen die Fallzahlen wieder stark an und es stehen uns über den Herbst und Winter gewiss neue Beschränkungen bevor. Und wer weiß wie lange uns dieses Thema noch begleiten wird. Da heißt es für mich das Beste aus der Situation machen. Und dazu gehört für mich in diesem Jahr auch das Spielen von Brettspielen und PnP-Runden über das Internet.

Als im März die ersten Kontakt-Beschränkungen kamen wurden die öffentlichen Spielerunden, an denen ich bis dahin regelmäßig teilnahm, alle eingestellt. Und auch im privaten Rahmen haben wir uns erst einmal nicht mehr getroffen. Wir versuchten uns anfangs im Rahmen unseres örtlichen Spieletreffs im online spielen, aber da sind wir über eine Runde Puerto Rico auf der Boardgamearena nicht hinaus gekommen, was vor allem daran lag, dass die meisten einfach kein Interesse oder keine Motivation hatten sich hier regelmäßig online zu verabreden. Damit wir uns während dem Spielen unterhalten konnten, hatte ich einen eigenen Discord-Server angelegt. Auf Discord wurde ich erst in dieser Zeit wirklich aufmerksam. Ich hatte zwar schon zuvor davon gehört, wusste aber nicht wirklich was man mit dieser Plattform anfängt. Auf yucata.de oder boardgamearena.com war ich bereits geraume Zeit als Mitglied angemeldet, hatte aber nur einige wenige Runden über diesen Seiten gespielt, da ich ja eigentlich analog spielen wollte.

Nachdem das mit unserem Bad Camberger Spieletreff online nicht so wirklich funktionierte habe ich mich im Netz umgesehen und bin dort zuerst, wegen des Youtube Kanals von Brettspiel Live, auf dessen Discord-Server gelandet. Etwas später dann auch auf Pottis Discord „Zocken gegen Corona“. Hier hatten wir uns im März zu einer Runde Cthulhu Pen & Paper über den Discord verabredet, mit Benni als Spielleiter. Es hat etwas gedauert, aber so nach und nach habe ich immer öfter Brettspiele über das Internet gespielt und die Cthulhu-Runde machte auch viel Spaß, auch wenn sich hier die Terminfindung nicht einfach gestaltete. Es ist halt nicht einfach 6 Leute terminlich unter einen Hut zu bringen.

Bei den Brettspielen habe ich mich erst mal auf boardgamearena.com, yucata.de und brettspielwelt.de umgetan und dort zumeist gegen Fremde aus aller Welt gespielt. Nachdem ich dann über Discord noch einige andere Spieler kennenlernte, habe ich in der Folge immer mehr Runden über Steam und Tabletopia gespielt. Über Steam war ich bereits im Januar „gestolpert“, da ich mitbekommen habe, dass es dort eine sehr gute App von Terraforming Mars geben sollte. Die App ist auch wirklich gut, nur hatte ich wenig Lust alleine gegen die App zu spielen. Weshalb ich Steam, nach einer ersten Partie TfM, erst einmal wieder links liegen lies. Erst durch ein Angebot der Webseite Humble Bundle. über die ich 11 Spiele von Asmodee für einen schmalen Taler bekommen hab, unter anderem Scythe, Twilight Struggle oder Small World, habe ich in der Folge auch mehr über Steam gespielt.

Mittlerweile spiele ich jedoch regelmäßig mit anderen auf Boardgamearena, Tabletopia oder Steam Brettspiele. Wir chatten währenddessen über den Discord Voice-Chat und ich finde das ist gar kein so schlechter Ersatz für analoge Spielrunden. Und obwohl diese im Sommer so langsam wieder zunahmen werde ich wohl auch weiterhin online Brettspiele spielen.

Das Tolle dabei ist nämlich, dass ich in den letzten Monaten auf diesem Weg auch immer wieder Spiele spielen konnte, die es im Handel noch gar nicht gab und zum Teil auch immer noch nicht gibt. Das waren u.a. Bonfire, Tawantinsuyu, Tekhenu, The Fog, Mercado de Lisboa, Insel der Katzen oder Wutakti. Vor allem The Fog und Wutaki kommen erst im nächsten Jahr auf Kickstarter, obwohl beide Spiele eigentlich schon fertig sind. Außerdem habe ich hierüber zum Beispiel auch Zugang zum Discord von Vital Lacerda gefunden und konnte dort sein nächstes Spiel Weather Machine bereits kennenlernen.

Bonfire von Stefan Feld / H@ll Games
Wutaki von David Rimbach / Hodari Spiele

Wutaki ist ein sehr interaktives Workerplacementspiel mit vielen interessanten Ideen. Leute die ihre Mitspieler gerne beim Spielen auch mal ärgern sollten sich das Spiel auf jeden Fall mal genauer anschauen.

The Fog von Robert Müller-Reinwart / XOLLOX Games

The Fog ist ein Rennspiel mit einem interessanten Mechanismus für die Bewegung der eigenen Spielsteine.

Vor allem die Möglichkeit hier Spiele zu Spielen die gerade auf Kickstarter gefunden werden, oder auch erst in einigen Monaten, finde ich super. Man kann über diesen Weg schon einen sehr guten Eindruck von dem Spiel gewinnen.

Im Laufe des Jahres gab es dann auch immer wieder Online-Events zum Thema Brettspiele, wie z.B. die Conspiracy von Pegasus, dank der ich ihm Bonfire im Juli schon Bonfire auf Tabletopia spielen konnte, oder die Online-Expo der Spiele-Offensive, auf der ich Tekhenu und Tawantinsuyu kennengelernt habe. Zuletzt gab es die Castle Tricon, ein Gemeinschaftsprojekt von Heidelbär Games, CGE und Horrible Guilde, die mir aufgrund ihres Konzepts einer 3D-Insel, auf der man herumlaufen und sich die Neuheiten der Verlage anschauen konnte (Discord & Tabletopia), sehr gut gefallen hat. Diese Umgebung wird es auch von den drei Verlagen zur SPIEL.digital wieder geben- Wer sich dafür interessiert, der sollte mal hier vorbeischauen: 3D Virtual Booth (Anmeldung für die Nutzung am 23. und 24.10.2020).

Aber auch die Boardgame Arena, die zweite Online-Spieleplattform, mit der die SPIEL.digital zusammenarbeitet, hat in der letzten Zeit ihr Angebot stark ausgeweitet. Mittlerweile gibt es hier auch Spiele die demnächst erst auf den Markt kommen, wie z.B. Quetzal. Das Spiel ist eine Mischung aus Workerplacer, Bietspiel, Set-Collection und Pick up and Deliver, bei dem die Meeple gewürfelt werden.

Abschließend kann ich sagen, dass ich Dank Discord, Tabletopia & Co. viele neue und nette Bekanntschaften gemacht und einige nette Mitspieler gefunden habe. Ich spiele zwar weiterhin am liebsten analog, aber die digitale Option ist eine wirklich gute Alternative und in einigen Punkten sogar mehr als das.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf die SPIELdigital und was es hier noch alles zu entdecken gibt.

1. Pottiwochenende

Am letzten Wochenende haben wir uns mit knapp 20 Spielverrückten in der Nähe der Schweizer Grenze getroffen und 3,5 Tage lang gezockt. Und es war mega. Wenn auch das Wetter sich gegen uns verschworen hatte. Bei der Hinfahrt hatten wir noch Mitte zwanzig Grad, vor Ort angekommen sanken dann die Temperaturen und am Freitag setzte dann der Regen ein und blieb uns die meiste Zeit treu. Dabei sanken die Temperaturen in der Nacht in den niedrigen einstelligen Bereich. Aber wir haben uns davon nicht abhalten lassen.

Donnerstag

Aber fangen wir mal vorne an. Am Donnerstag Vormittag ging die Reise los. David „Hobs“ Rimbach und sein Kumple Chris hatten mich abgeholt und wir sind zu dritt weiter in den Süden gefahren. Nach 4,5 Stunden Fahrt, mit einem kurzen Tankstopp, waren wir dann vor Ort. Ein ehemaliger Bauernhof, am gefühlten Ende der Welt, erwartete uns.

Blick von der Terrasse vor unserer Ferienwohnung (am Samstag bei Dauerregen). 3km in diese Richtung und man ist am Rhein und dahinter beginnt die Schweiz)
Blick in die obere Ebene der Scheune, wo von Donnerstag bis Sonntag gespielt wurde
Die Spieleauswahl war ganz ordentlich
In den Taschen am Boden sind noch mehr Spiele

Zuallererst wurde jetzt mal Benni nachträglich zum Geburtstag gratuliert und nach der allgemeinen Begrüßung und dem Verteilen des Gepäcks auf Zimmer und Scheune (Spiele) ging’s dann erst noch mal „kurz“ Einkaufen. Ein paar Sachen für’s Frühstück und noch etwas Knabberzeug.

Danach wurde dann erst mal gegrillt und dann ging es ans Spielen. Zum Aufwärmen gab’s ein paar lustige Runden Secret Hitler, in größerer Runde.

Im Anschluss habe ich dann mit bei einer 5er Runde Raccoon Tycoon mitgespielt. Nachdem ich letzte Woche noch Lizard Wizard auf Tabletopia gespielt habe, konnte ich jetzt mal den Vorgänger ausprobieren. Und es hat richtig viel Spaß gemacht. Vor allem in der großen Gruppe hat das Bieten auf die Eisenbahnen richtig Bock gemacht. Raccoon Tycoon ist ein sehr schön illustriertes Ressourcensammel-Spiel mit dem bereits erwähnten Auktionsmechanismus. Der interessante Kniff ist, dass jedes Mal, wenn man Ressourcen sammelt, einige Ressourcen auf einem Marktboard im Preis steigen. Beim Verkauf fallen die Preise dann wieder. Mit dem Geld kauft man sich dann Gebäude, Städte und bietet auf Eisenbahnstrecken. Lizard Wizard ist übrigens vom Grunde her das gleiche Spiel, mit anderem Artwork und ein paar zusätzlichen Kniffen.

Danach kam dann Blood Rage auf den Tisch. Wieder in einer 5er Besetzung. Das wurde dann aber nur bis zum Ende des zweiten Zeitalters gespielt und tags darauf vorgesetzt.

Freitag

Am Freitagvormittag ging es nach dem Frühstück wieder zurück an die Spieltische. Ich konnte endlich Res Arcana von meinem Pile of Shame holen. Und das Spiel ist so toll, wie die meisten sagen. Nach einer Runde Fantasy Realms, welches ich mir unbedingt kaufen werde, wenn es demnächst von Strohmann Games aus Deutsch rauskommt, und einer Runde Der Widerstand ging’s dann endlich mit dem dritten und letzten Zeitalter von Blood Rage weiter, bevor wir uns dann zu sechst daran machten Twilight Imperium (3. Edition) zu spielen, Benni hatte sich hier richtig viel Mühe gemacht und die Karten mit einer deutschen Übersetzung versehen. Mit Regelerklärung und etlichen, teils längeren Pausen, haben wir von halb zwei bis 23 Uhr an dem Spiel gesessen. Dabei war es mir, während des Spiels, zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Nettospielzeit betrug am Ende ca. 7 Stunden, was ich persönlich, für das Spielerlebnis, nicht zu lange fand. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall vollauf erfüllt. Ich würde mir das Spiel zwar nicht zulegen, aber jederzeit wieder mitspielen.

Im Anschluß haben Benni, Meikel und ich dann noch eine Runde Nanty Narking gespielt. Ja, das Spiel mag überproduziert sein und damit auch recht teuer, aber mir gefällt es wahnsinnig gut. Auch wegen der tollen Optik. Nanty Narking ist superschnell erklärt und was mir hier besonders gut gefällt ist, dass auf der Spielerhilfe und den Karten eigentlich alles steht, was man zum Spielen wissen muss, mit ein, zwei kleinen Ausnahmen. Man müsste also nicht mal das Regelheft bemühen. Wir haben es zu dritt rund 60 Minuten gespielt und es kam am Wochenende noch einige Male auf den Tisch und hat allen Beteiligten, wenn ich das richtig mitbekommen habe, sehr gut gefallen.

Zum Anschluss des Tages haben wir dann zu acht noch Human Punishment gespielt. Mit knapp 2 Stunden Spieldauer fand ich persönlich es etwas lang, würde es aber, in einer etwas kleineren Runde, gerne noch mal spielen. Vor allem das Artwork gefällt mir sehr gut und ich freue mich schon auf The Beginning. Um halb vier war dann erst mal Schluss mit Spielen.

Samstag

Am Freitagabend ist Florian Pfab, der Autor von Materia Prima, nach zu uns gestossen. Mit ihm und Daminic Sattler habe ich den Samstag mit einer Runde Hero Realms begonnen. Übrigens eines von nur 3 Spielen das ich gewonnen habe. Aber gewinnen ist ja nicht alles. Vor allem nicht, wenn man in so netter Runde so tolle Spiele spielen kann.

Nach Hero Realms hat Florian dann ein kleines Materia Prima Turnier eingeläutet. Das von ihm selbst entwickelte und sehr schön illustrierte Materia Prima ist ein Pickup and Deliver Game. Jeder spielt einen Magier mit einem eigenen Magierturm. Von hier aus zieht er in die Welt, sammelt Elemente, wandelt diese in seinem Turm in höherwertige Elemente um und schafft damit Homunkuli und hilfreiche Ausrüstungsgegenstände. Dabei ist das höchste Ziel jedes Magiers die Erschaffung des Steins der Weissen. Das Spiel endet, wenn einer der Spieler 25 Siegpunkte erreicht hat. Wir haben zu viert anderthalb Stunden gespielt und mir hat das Spiel wirklich Spaß gemacht.

Nach einer weiteren Runde Fantasy Realms haben Florian, Benni, Chris und ich uns dann zu einer Partie Brass Birmingham zusammengesetzt. Außer mir hatte das Spiel noch keiner der Mitspieler gespielt. Brass Birmingham ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Leider habe ich es aber wohl zu gut erklärt, da ich am Ende nur Letzter geworden bin. Allerdings lagen wir 4 punktemäßig extrem eng beisammen. Mich trennten nur 7 Punkte von Chris, der die Runde für sich entscheiden konnte.

Zum krönenden Abschluss kam dann noch The Gallerist auf den Tisch. Wieder in einer 4er Runde, dieses Mal aber mit David Rimbach statt Florian, der wieder nach Hause musste. Keiner von uns hatte Gallerist bisher gespielt und wir haben die Regeln on the fly gelernt. The Gallerist ist eine Komplexitätsstufe unter On Mars, was aber nach wie vor mein Lieblings-Lacerda ist, und vor allem auch deutlich schneller gespielt (90-120 Minuten). Wobei wir für die Erstapartie etwas über 3 Stunden benötigt haben, allerdings auch mit Regeln lernen. Das Spiel spielt sich aber wirklich sehr fluffig. Selbst wenn die anderen Spieler dran sind hat man immer wieder sogenannte Kickout-Aktionen, wenn man von einem Arbeitereinsetzfeld „vertrieben“ wird.

Und meine Lacerda-Serie hält. Auch meine Erstpartie The Gallerist konnte ich für mich entscheiden.

Sonntag
Abreisetag. Aber vor der Heimfahrt mussten wir unbedingt noch David Rimbachs neues Spiel Wutaki ausprobieren. Yassi, Benni, Abi und ich waren dieses Mal zusammen am Tisch. Wutaki ist ein sehr schönes Workerplacement Spiel mit ein paar erfrischenden, neuen Ideen und tollem Artwork. Man kann sich in dem Spiel sehr schön gegenseitig ärgern, was wir zum Teil auch getan haben. Man kann es aber auch friedlich nebeneinander her als Wettrennen um die Punkte spielen. Die Arbeitereinsetzfelder sind eigentlich üppig bemessen und man kommt anfangs recht schnell an Ressourcen, dass kann sich aber auch recht schnell ändern. Man muss nämlich in erster Linie Ressourcen sammeln, um damit Aufträge zu erfüllen oder Einsetzfelder bzw. sein Playboard abzugraden. Weiterhin gibt es Fluchkarten (negativ) und Omenkarten (positiv). Man kann und sollte sich auch während des Spiels weitere Arbeiter anwerben (der Mechanismus ähnelt hier sehr dem von Scythe), kann diese aber auch wieder aufgrund mangelnder Versorgung oder fieser Aktionen der Mitspieler verlieren. Ich freue mich schon auf den Kickstarter in 2021. Für mich ist das Spiel ein must have.

Wutaki mit Yassi, Abi und Benni (Photo: David Rimbach)

Danach ging es dann auf die Heimreise. Abends um 20 Uhr war ich dann wieder zu Hause. Nach einem geilen Spielewochenende, mit vielen ganz tollen Leuten. Wir haben zwar viel gefroren, aber auch viel Spaß gehabt. Im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

Pimp your game

Heute befasse ich mich mal mit dem Thema „Wie hübsche ich mein Spiel auf“. Aber es geht auch um praktische Tipps, um zum Beispiel den Inhalt seiner Spiele besser zu lagern oder das Material beim Spielen besser handhaben zu können.

Eines der Hilfsmittel die ich hier verwende sind zum Beispiel Playerboards von e-Raptor für Arkham und Eldritch Horror, die ich optisch noch etwas aufgehübscht habe. Für Eldritch Horror habe ich auch eines meiner wenigen Inserts, welches aber beim Kauf des Spieles bereits dabei war, da ich es gebraucht gekauft habe (übrigens vom Brettspiel Dude).

Playerboards für Eldritch Horror von e-Raptor

Sehr hilfreich für Arkham und Eldritch Horror sind auch die Kartenhalter von e-Raptor. Damit spart man viel Platz auf dem Tisch, der gerade bei diesen beiden Spielen immer recht knapp ist.

Ein weiteres nettes Hilfsmittel, welches ich mittlerweile sehr gerne verwende um Karten zusammenzuhalten, ist Bondagetape. Den Tipp habe ich aus einem Video vom Würfel & Zucker (How to Brettspiel Café). Der Vorteil, im Gegensatz zu Zip-Tüten ist, dass man mit dem Tape Platz spart und die Karten immer noch in die original Spieleinserts passen, wie zum Beispiel bei Viticulture. Früher habe ich hier auch manchmal normale Gummiringe verwendet. Die haben aber bekanntlich das Problem, dass sie mit steigendem Alter gerne mal spröde werden und an den Karten festpappen. Dabei können sie sehr unschöne Spuren auf den Karten hinterlassen.

Viticulture
Das Bondagetape läßt sich auch sehr gut benutzen um die Hextiles von z.B. Tsukuyumi, Hyperborea oder Fallout zusammenzuhalten, damit sie nicht in der Schachtel rumfliegen.

Für die Aufbewahrung von Spielmaterial verwende ich auch sehr gerne Plastikboxen. Hier eine kleine Auswahl:

Geekbox (milan-spiele.de)
Zubehör Boxen S & M (spieletastisch.de)
Zubehörbox (spieletastisch.de)
Diese Boxen bekommt man z.B. auch sehr gut bei Conrad unter dem Namen Sortier Box.

Mit der Arkham Horror LCG Playmat und der von Champions of Midgard sind in den letzten Wochen auch meine ersten beiden Playmats bei mir eingezogen. Erstere, dank des Gewinnspiels in Brett-Time-Stories Folge 8. Die Qualität der Arkham Horror Playmat von Powerplant Games ist übrigens deutlich besser als die der Champions of Midgard Playmat, von der Spieleschmiede.

Weitere Hilfsmittel die ich während des Spielens recht oft verwende sind noch:

  • Metallmünzen: Hier kann ich nur die Empfehlung vom Boardgamedigger wiederholen. Holt euch die Münzen von LudoXL über Amazon.
    Chinesische Münzen (Amazon) die ich z.B. für Rising Sun verwende
  • Schällchen für Ressourcen: Hier sollte man nach Dessert- oder Dipschälchen suchen.
  • Würfelteller, sind sehr hilfreich gerade wenn der Tisch sehr voll ist
  • Kartenhalter
  • Beutel zur Aufbewahrung von Tokens (z.B. für Arkham und Eldritch Horros, Burgen von Burgund)
großer Kartenhalter (spiele-offensive.de), kleiner Kartenhalter (spielmaterial.de)
Da man bei Eldritch & Arkham Horror die Monstertokens verdeckt ziehen soll, habe ich diese in einen Beutel gepackt. Hier habe ich erst letztens 2 neue Beutel für meine Tokens sonderangefertigt bekommen.
Beutel für die Landschaftsteile aus Burgen von Burgund (Sonderanfertigung)

Roll & Write / Flip & Draw

Bei Roll & Write oder Flip & Draw Spielen gehe ich mittlerweile sehr oft hin und laminiere mir ein paar Seiten von den „Wertungsblättern“. Diese kann man mit wasserlöslichen Folienstiften immer wieder beschriften. Vor allem wenn man ein Spiel sehr oft spielt macht das Sinn, da es auch schon mal passieren kann, dass man die „Wertungsblöcke“ nicht mehr nachkaufen kann. Der beste abwischbare Folienstift, den ich bisher finden konnte, ist übrigens der Lumocolor 305 F-9 von Staedler. Für farbige Einträge habe ich mir jetzt mal die Mini-Marker von Rexel besorgt. Allerdings finde ich hier die Strichstärke etwas dick. Aber es macht die Einträge bei Der Kartograph doch deutlich übersichtlicher.

Miniaturen bemalen

Ich selbst bemale keine Miniaturen, da ich hierfür einfach derzeit überhaupt keine Zeit finde. Aber wer seine Minis bemalen möchte, dem kann ich die Videos von Sarah malt auf dem YouTube-Kanal vom Boardgamedigger ans Herz legen.

Hier mal der Link zur Playlist: https://tinyurl.com/y8dugtyv oder aus Sarahs eigenem Channel Sarah malt